2 Wochen Jugendarrest nach Aufforderung zur Lynchjustiz

Das wird ihm eine Lehre sein. Ein 18-Jähriger hatte Ende März per Facebook aufgefordert, dass aufgrund des Mordfalls um die 11-jährige Lena in Emden das Polizeikommissariat gestürmt und der kurz zuvor festgenommene 17-jährige Verdächtigten hingerichtet werden solle. Rund 50 Personen sind dieser Aufforderung gefolgt. Diese sammelten sich sodann vor dem Gebäude der Polizei in Emden. ZU einem Übergriff kam es nicht. Der 17-jährige Beschuldigte wurde zwei Tag später mangels erhärteten Tatverdachts freigelassen.

Nun gestand der Junge vor dem Jugendschöffengericht Emden den „Aufruf zur Lynchjustiz“ und entschuldigte sich. Er habe Bockmist gebaut und erkläre seine Tat damit, dass er Aufmerksamkeit durch den Facebook-Status erzeugen wolle.

Am Mittwochmittag folgte das Urteil: Der 18-Jährige muss für zwei Wochen in Jugendarrest. Eine härtere Bestrafung nach dem Strafrecht wäre theoretisch möglich gewesen. Jedoch sollte es vielmehr ein „Warnschuss vor dem Bug“ sein, wie der Richter erklärte.

Die Diskussion über das angemessene Strafmaß wird hingegen weitergehen.

( Quelle: SPON, 30.05.2012 )

Autor des Beitrags ist Rechtsanwalt & Strafverteidiger Dr. Böttner, Anwaltskanzlei aus Hamburg und Neumünster. Weitere Gerichtsentscheidungen und allgemeine Informationen zum Strafrecht und der Strafverteidigung finden Sie auf der Kanzlei-Homepage ...

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