Wirklich bisher nur ein Urteil?

Die Haftung des Mediators scheint bisher ein weitgehend unbearbeitetes Feld der Juristerei zu sein. Jedenfalls habe ich bei meiner Recherche (nicht zuletzt auch für die von mir angebotene Ausbildung zum “Mediatorin, Mediator im Unternehmen (IHK)”) sonst keine Urteile gefunden, außer einem Urteil des Amtsgerichts Lübeck vom 29.09.2006 (Aktenzeichen 24 C 1853/06).

Arbeiten die deutschen Mediatorinnen und Mediatoren so gut und fehlerfrei?

Das Amtsgericht Lübeck hat die Voraussetzungen für eine Haftung des Mediators relativ hoch gehängt. Dies ist der besonderen Rolle des Mediators geschuldet. Ein Mediator gibt den Medianden keinen verbindlichen Rechtsrat, weder als Anwaltsmediator und schon gar nicht als nichtanwaltlicher Mediator. Richtig führt das Amtsgericht aus, dass ein Mediator nicht gehindert ist, eigene Vorschläge einzubringen. Es ist aber darauf zu achten, dass die Parteien sich ggfls. von ihren Anwälten beraten lassen. Letztlich liegt es ausschließlich in der Eigenverantwortung der Parteien, ob sie einen Vorschlag in einen Regelungsvertrag umsetzen.

Der Mediator darf – auch und gerade als anwaltlicher Mediator – die Parteien nicht beraten. Dies geht auch schlechterdings aus der Rolle des Mediators als neutrale Person nicht ...

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