"Kostenohrfeige"

Richtig so: Der Verteidiger hatte Beschwerde eingelegt - gegen den Willen seines Mandanten. Da gab`s die "Kostenohrfeige":

I. Das Amtsgericht beraumte in der vorliegenden Sache mit Verfügung vom 29. Dezember 2011 einen Termin zur Hauptverhandlung auf den 27. Januar 2012 an. Die Ladung wurde dem Angeklagten am 5. Januar 2012 zugestellt. Mit Schriftsatz von diesem Tage, beim Amtsgericht eingegangen am 6. Januar 2012, bestellte sich Rechtsanwalt Q in B zum Verteidiger des Angeklagten und bat unter Hinweis auf eine Kollision des anberaumten Hauptverhandlungstermins mit einem Termin, den er in einer anderen Sache vor dem Landgericht I wahrnehmen müsse, um eine Verlegung der Hauptverhandlung. Mit Verfügung vom 11. Januar 2012 lehnte das Amtsgericht diesen Antrag ab. Hiergegen legte der Verteidiger Beschwerde ein, die das Landgericht mit Beschluss vom 24. Januar 2012 als unzulässig verwarf. Gegen diesen Beschluss legte der Verteidiger mit Schriftsatz vom 25. Januar 2012, beim Landgericht am gleichen Tage per Telefax eingegangen, "sofortige Beschwerde" ein. Am 27. Januar 2012 fand die Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht in Anwesenheit des Angeklagten statt. Der Verteidiger nahm an der Verhandlung nicht teil. Das Amtsgericht stellte das Verfahren nach § 153 Abs. 2 StPO ein. Ausweislich des Sitzungsprotokolles gab der Angeklagte im Termin noch folgende Erklärung ab: "Ich habe den Rechtsanwalt Q nicht mit einer Beschwerde gegen die Verlegung (Anmerkung des Senats: gemeint sein kann nur "gegen die Ablehnung der Verlegung") des Hauptverhandlungstermins beauftragt. Ich teilte ihm mit, dass ich den Termin auf jeden Fall wahrnehmen werde, auch wenn er keine Zeit haben sollte." Unter dem 31. Januar 2012 erkundigte sich das Landgericht unter Hinweis darauf, dass die Hauptverhandlung am 27. Januar 2012 stattgefunden habe, bei dem Verteidiger, ob seine "sofortige Beschwerde" vom 25 ...

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