Werbeversprechen von Frauenarztpraxen – Verbraucherzentrale nimmt Ärzte unter die Lupe und mahnt ab

Eigentlich – sollte man meinen – läge näher, dass die für Standes- und Berufsrecht der Ärzte zuständigen Stellen (oder allenfalls vielleicht KK/KÄVs) sich des Themas annähmen. Stattdessen ist es eine Verbraucherzentrale, die sich mit Abmahnungen an Ärzte wendet. Weil sie beim Check der Webauftritte von 157 Frauenarztpraxen in neun Städten bei fast 40 Prozent ausdrückliche “Empfehlungen” für diese Untersuchung oder deren Bewerbung als “einzig sinnvolle Leistung” zur Krebsvorsorge entdeckten. Und das, obwohl es für den Nutzen der “Sonografie der Eierstöcke” keine wissenschaftlichen Erkenntnisse gibt. Zehn Frauenarztpraxen mahnte die Verbraucherzentrale NRW jetzt wegen unlauterer Werbung ab. Die Forderung an den Gesetzgeber: Im aktuellen Entwurf zum Patientenrechtegesetz der Bundesregierung müssen wirksame Vorgaben für den Verkauf von IGeL-Leistungen durch Ärzte festgeschrieben werden.

Rund 1,5 Milliarden Euro im Jahr zahlen gesetzlich Krankenversicherte aus eigener Tasche für individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL): Ein ganzes Paket an Vorsorge-, Früherkennungs- oder alternativen Behandlungsmethoden, die nicht zum festgeschriebenen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehören, wird von Ärzten beworben und auf eigene Rechnung verkauft. Ein Bestseller unter den angebotenen Selbstzahler-Leistungen ist ein Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung. Eine Untersuchung, deren Nutzen-Schaden-Bilanz vom Igel Monitor eindeutig negativ ausfällt: Dieses unabhängige Portal, erstellt vom Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen, gibt “Patienten als Kunden” auf Grundlage wissenschaftlicher Bewertungen Entscheidungshilfen, ob die offerierte Untersuchung eher das Konto des Arztes kuriert oder doch Pluspunkte für die eigene Gesundheit bringt ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK