Langes Rot wird kürzer

Der Mandant ist irritiert: Muß er hier weiter geradeaus oder doch links abbiegen? Links wäre richtig, merkt er dann, aber da fahren welche neben ihm, also muß er erst einmal weiter und dann sehen, wie er links rüber kommt. Richtig, die Ampel ist grün. Er fährt etwas langsamer, um sich hinter dem letzten Wagen links einzuordnen und schaut sich um. Als er wieder nach vorne sieht, sieht er: Ups, da oben hängte ja noch eine Ampel, wieso ist die denn rot? Bremsen geht nicht mehr, er fährt weiter und ordnet sich kurz hinter der Ampelanlage und noch vor Erreichen des eigentlichen Kreuzungsbereichs nach links ein. Die dortige Ampel ist noch immer grün, aber geradeaus war es schon länger als eine Sekunde rot. Für die Behörde ein klarer Fall: Macht nach dem Bußgeldkatalog € 200, 4 Punkte, 1 Monat Fahrverbot.

Auf die Gefährdung kommt es an

Die Sanktionen für einen Rotlichtverstoß sind verhältnismäßig hart. Damit soll die Gefährdung geahndet werden, die mit einem solchen Verstoß immer verbunden ist. Schließlich kann es richtig krachen, wenn einer von links oder rechts kommt. Gleichwohl zeigt das abgestufte Sanktionssystem – bis eine Sekunde “Rot” nur Bußgeld, darüber Fahrverbot, bei konkreter Gefährdung oder gar Sachschaden nochmals erhöhtes Bußgeld und mehr Flens – , dass es durchaus auf die konkreten Umstände des Falls ankommt. Überhaupt wird beim Bußgeldkatalog häufig übersehen, dass er nicht immer, sondern immer nur für den “Regelfall” gilt ...

Zum vollständigen Artikel


Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK