Mietrecht / Maklerrecht: AG Sangerhausen zur den branchentypischen Nebenleistungen eines Wohnungsmaklers

Es gibt Rechtsstreite, da mag man bei Vorliegen des Urteils laut ausrufen: “Ich hab es ja gleich gesagt!”

Die Kläger begehrten von der Beklagten die Rückzahlung des geleisteten Maklerlohns. Sie waren der Auffassung, der Makler sei Verwalter gewesen, so dass er keinen Anspruch auf den Maklerlohn gehabt hätte. Darauf und auf einen angeblich nicht geschlossenen Maklervertrag beriefen sich die Kläger vorprozessual und mit der, wenige Tage vor Eintritt der Verjährung, erhobenen Klage.

In tatsächlicher Hinsicht war nur die Frage des Abschlusses des Maklervertrages einigermaßen interessant. Die Kläger ließen durch ihren Prozessbevollmächtigten zunächst behaupten, aufgrund einer Zeitungsanzeige auf die Wohnung und die Beklagte aufmerksam geworden zu sein. Ohne auch nur ansatzweise ihrer Darlegungslast im Hinblick auf den Inhalt der Anzeige gerecht zu werden, waren sie der Auffassung, diese Anzeige hätte weder erkennen lassen, dass die Beklagte gewerblich Wohnungen vermittle, noch, dass die Vermittlung kostenpflichtig sei. Nachdem die Beklagte den Klägern “zu Hilfe eilte” und die Anzeige (aus der die Gewerblichkeit und gar die Höhe des Maklerlohnes hervorging) vorlegte, stellte man nun vornehmlich auf ein Schild im Wohnungsfenster ab, welches nur den Vermietungshinweis und eine Telefonnummer enthalten habe. Das Gerichte stufte den Vortrag als widersprüchlich ein und nahm an, dass die Anzeige und deren Inhalt bekannt gewesen waren. Damit war der konkludente Abschluss des Maklervertrages durch entsprechende Kontaktaufnahme fix.

Roch allein diese Widersprüchlichkeit schon ein wenig eigenartig, so rückte der Vortrag, man habe einen Vermittlungsnachweis nie unterschrieben, die Sache vollends in den Dunstkreis strafrechtlich relevanter Handlungen. Abgesehen davon, dass es auf den Nachweis im Hinblick auf den Maklerlohn nicht mehr ankam (Vertragsschluss war bereits durch), behaupteten die Kläger nie den Nachweis unterschrieben zu haben ...

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