Wer A(bmahnung) sagt, muss auch b(ezahlt) werden – die wahre Geschichte einer Abmahnung in 6 Akten

Alexander Schupp

Die meisten Abmahnungen sind nach unserer festen Überzeugung nicht etwa dadurch motiviert, dass der andere Teil sich zu Lasten seiner Mitbewerber oder des Verbrauchers einen relevanten Vorteil verschafft, sondern in der Hoffnung, mit wenig Arbeit viel Geld zu verdienen.

Diese Hoffnung hat einige Kollegen offenbar zu der Annahme kommen lassen, dass eigene Abmahnungen grundsätzlich berechtigt und risikofrei seien.

Lesen Sie nun die – wahre – Geschichte einer Abmahnung in 6 Akten – Ob es sich hier um eine Tragödie oder Komödie handelt, bestimmt sich selbstverständlich nach dem Auge des Betrachters.

1. Akt: “Die Abmahnung”

Den Gedanken der eigenen Unangreifbarkeit muss auch Herrn Rechtsanwalt T. aus Berlin beflügelt haben, als er, nachdem er einem weiteren Händler eine der üblichen Widerrufsbelehrungs-Abmahnungen übersandt hatte, wirklich keinen Zweifel daran ließ, dass er nur eine sofortige Zustimmung zu den von ihm veranschlagten Abmahn-Kosten als akzeptable Stellungnahme ansehen würde.

Denn nur einen Tag nach Abgabe der Unterlassungserklärung (in welcher – wie üblich – die Zahlungspflicht gestrichen wurde), rief der Kollege bei uns an mit der einzigen Frage, “was denn mit der Geldzahlung” sei und dass eine Abmahnung schließlich Geld koste.

Nachdem hierauf nicht innerhalb des (sehr kurzen) Geduldsrahmens des Kollegen gezahlt wurde, erreichte unseren Mandanten kurze Zeit später ein gerichtlicher Mahnbescheid .

Zwischenbilanz: Einnahmen aus der Abmahnung 755,- EUR für 20 Minuten Arbeit.

Bisher ein gutes Geschäft.

2. Akt: “Die Retourkutsche”

In der sicheren Aussicht des schließlich gesetzesmäßg ihm zustehenden Geldeingangs konnten den Kollegen T. natürlich auch keine Angebote überzeugen, die zu einer gütlichen Streitbeilegung, z.B. durch Reduzierung der geforderten 735,- EUR führen konnten ...

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