2C_137/2011: Verjährung der Steuerforderung kann auch während des Verfahrens vor BGer eintreten (amtl. Publ.)

Der Beschwerdeführer wurde mit Verfügung vom 23. März 1998 für die direkte Bundessteuer 1995/1996 veranlagt. Am 23. Juli 2002 fanden beim Beschwerdeführer Hausdurchsuchungen statt, die vom zuständigen Untersuchungsrichter wegen Verdachts auf Steuerbetrug und andere Straftaten angeordnet worden waren. Mit Schreiben vom 15. November 2004 leitete die kantonale Steuerverwaltung BE ein Nachsteuer- und Steuerhinterziehungsverfahren u.a. gegen den Beschwerdeführer ein. Am 9. Januar 2009 erliess die Steuerverwaltung BE eine Nachsteuerverfügung u.a. für die direkte Bundessteuer 1995/96. Die Einsprache des Beschwerdeführers wies sie mit Verfügung vom 24. März 2009 vollumfänglich ab. Der Beschwerdeführer führte Rekurs und Beschwerde bei der Steuerrekurskommission BE. Diese erkannte mit Entscheid vom 14. Dezember 2010 auf Abweisung der Rechtsmittel. Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 4. Februar 2011 beantragt Der Beschwerdeführer dem Bundesgericht, der kantonale Entscheid sei aufzuheben. Mit Eingabe vom 9. Januar 2012 teilte der Beschwerdeführer dem Bundesgericht mit, dass per Ende 2011 die absolute Verjährung eingetreten sei, was von Amtes wegen zu berücksichtigen sei. Zur Diskussion stand im Entscheid die Frage vom Beschwerdeführer geltend gemachten Verjährung. Das BGer hielt u.a. folgendes fest.
(E. 2.2) Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung ist die Frage der Verjährung materiell-rechtlicher Natur [Zitate]. Im Zivilrecht darf der Richter die Verjährung nach ausdrücklicher Vorschrift nicht von Amtes wegen berücksichtigen (OR 142). Nur wenn die Einrede fristgerecht erhoben worden ist, greift der Grundsatz der Rechtsanwendung von Amtes wegen ein und ist sie unter allen rechtlichen Aspekten zu prüfen [Zitate]. Demgegenüber ist im öffentlichen Recht die Frage der Verjährung von Amtes wegen zu berücksichtigen, sofern das Gemeinwesen Gläubiger der Forderung ist [Zitate].
(E ...
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