“Das perfekte Verbrechen” oder: wenn juristische Sprache falsch genutzt wird…

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem Freund (einem bekannten Fachanwalt für Arbeitsrecht und Baurecht) auf einer Party über die zunehmende Kriminalität im Internet: dabei ging es uns nicht so sehr um Wirtschaftdelikte, sondern um die alltäglichen Straftaten aus dem sozialen Bereich, die nun ins Netz verlagert worden sind: das Beleidigen und Verunglimpfen von Menschen durch anonyme Einträge in sozialen Netzwerken oder in Foren. Wir stellten übereinstimmend fest, dass diese Taten in unserer Praxis zugenommen hätten, mein Freund berichtete insbesondere von einer Reihe von Fällen, die er insbesondere im arbeitsrechtlichen Bereich bearbeitet habe, und ich erzählte ihm, dass dies auch in meiner Praxis auffällig sei; allerdings sei ich auch persönlich anonym beleidigt worden – und zwar mehrfach und massiv, doch der sich hinter der Anonymität versteckende User sei jetzt wohl identifiziert; dies habe zwar einige Zeit gedauert, aber am Ende sei eine solche Identifikation wohl immer möglich. Und so kamen wir überein: auch im Internet gäbe es das “perfekte Verbrechen” wohl nicht.

Nun, da hatten wir aber etwas gesagt: ein ebenfalls dort am Tresen stehender Mann vom Typ Besserwisser schaltete sich ein: es handele sich doch bei einer Beleidigung überhaupt nicht um ein Verbrechen: Unter einem Verbrechen verstehe ein qualifizierter Jurist einen Straftatbestand, für den das StGB nach § 12 Abs ...

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