John Travolta – Hat er oder hat er nicht? Der (Un-)Wert der Popularität

John Travolta 1991, Foto: Roland Godefroy

Vieles am US-amerikanischen Rechtssystem ist uns reichlich fremd. Absurde Schadensersatzklagen in Millionenhöhe gehören dazu. Das “Case-Law” bringt gegenüber unserem durchkodifizierten Recht bisweilen erstaunliche Blüten hervor, womit ich nicht sagen will, dass deutsche Gerichte nicht auch immer wieder für absurde Entscheidungen und erstaunliche Kehren in der Rechtsprechung gut sind. Zumal die Kodifizierung ihre Grenzen hat und immer wieder durch Richterrecht ergänzt und ausgefüllt werden muss. Schwer nachzuvollziehen ist für deutsche Strafjuristen, dass es in den USA unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, selbst bei schweren Straftaten gegen höchstpersönliche Rechtsgüter dem (angeblichen) Tatopfer das Klageprivileg abzukaufen und das Verfahren damit zur Einstellung zu bringen. Das mag im Einzelfall dem Rechtsfrieden dienen, kann aber die strafwürdige Tat - wenn sie denn stattgefunden hat – nicht ungeschehen machen und das Strafbedürfnis nicht so ohne weiteres entfallen lassen. Jedenfalls nicht nach unserem Rechtsverständnis. Darüber hinaus ist es auch zutiefst ungerecht, dass sich der vermögende Täter aus der Strafverfolgung herauskaufen kann, während der Habenichts der Justiz ausgeliefert bleibt. Außerdem weckt dieses System Begehrlichkeiten: Es kann durchaus verlockend sein, einem prominenten Reichen aus der Politik oder dem Show-Business eine Straftat anzuhängen, die er nicht und nicht in diesem Umfang begangen hat und ihn dann unter dem Druck des Verfahrens, das losgelöst von strafrechtlichen Folgen auch weitgehende berufliche und soziale Konsequenzen haben kann, mit einer Rücknahme der Vorwürfe gegen Zahlung zu locken.

Man erinnere sich an die diversen Missbrauchsvorwürfe gegen den verstorbenen “King of Pop” Michael Jackson, die letztlich nie wirklich aufgeklärt worden sind ...

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