Rezension Öffentliches Recht: Europarecht nach Lissabon

Nowak, Europarecht nach Lissabon, 1. Auflage, Nomos 2011 Von RA Dr. Peter Gussone, Berlin Die weltweit anhaltende Finanz- und Schuldenkrise hat die Frage aufgeworfen, ob es nicht sinnvoll wäre, eine „europäische Wirtschaftsregierung“ einzuberufen und damit die Strukturen des Europarechts abermals grundlegend zu modifizieren. Dabei liegt es weniger als drei Jahre zurück, dass mit dem „Vertrag von Lissabon“ ein bislang auf europäischer Ebene beispielloses Reformprojekt in Kraft getreten ist. Mit seinem gleichlautenden und im Jahre 2011 erstmals erschienen Buch lädt Prof. Dr. Carsten Nowak (Viadrina-Universität Frankfurt/Oder) dazu ein, sich mit dem „Europarecht nach Lissabon“ ausführlich zu beschäftigen. Es handelt sich im Grunde genommen um ein klassisches Europarechtslehrbuch, wobei der Autor klarstellt, dass er unter „Europarecht“ im Wesentlichen die durch den Lissabonner Vertrag „reformierte Rechtsordnung der Europäischen Union (EU)“ (S. 51) versteht. Nowaks primäres Anliegen besteht also darin, über die durch den Lissabonner Vertrag ausgelösten Reformen des Europarechts zu informieren, wodurch sich sein Lehrbuch von „herkömmlichen“ Darstellungen des Europarechts unterscheidet. Von seinen Leserinnen und Lesern verlangt der Autor aufgrund dieser Vorgehensweise aber bereits europarechtliche Grundkenntnisse. Diese Klippe versucht Nowak dadurch zu umschiffen, dass er die für das Verständnis der Lissabonner Reformen erforderlichen Informationen „en passant“ vermittelt, was ihm überwiegend auf sehr elegante Weise gelingt. So finden sich auf den 267 Seiten nicht nur Ausführungen zum Lissabonner Vertrag, sondern auch begriffliche Vorklärungen, sowie Erörterungen zur Konzeption, Aufbau und Kerninhalte des Buches (Erster Teil, S. 51-54). Im zweiten Teil (S. 55-82) wird dann eine kleine Geschichte des Europäischen Einigungsprozesses erzählt, in die der Vertrag von Lissabon eingeordnet wird ...Zum vollständigen Artikel

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