Gute Mitarbeiter von Leiharbeitsfirmen abwerben: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen muss ein Arbeitgeber beachten?

Die Leiharbeitsbranche boomt: Im Jahr 2011 beschäftigten 17.400 Leiharbeitsfirmen 910.000 Arbeitnehmer in Deutschland. Dabei ist die Dynamik sehr hoch. Während im 1. Halbjahr 2011 580.000 Leiharbeiter neu eingestellt wurden, endeten 569.000 Beschäftigungsverhältnisse, ca. 20% davon, weil die Entleiher die Arbeitnehmer fest übernahmen (Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktberichterstattung, Nürnberg 2012, S. 4, 6, 9). Kein Wunder – das sozialpolitische gewünschte Modell bietet Vorteile für alle Beteiligten. Der Entleiher kann die entliehenen Mitarbeiter testen und die guten übernehmen. Der Arbeitnehmer wird in einer Festanstellung besser verdienen. Und die Leiharbeitsfirma lässt sich ihre Rekrutierungsbemühungen entlohnen. Für den Arbeitgeber, der einen Leiharbeitnehmer fest übernehmen will, stellen sich da folgende Fragen: Wie stelle ich einen Leiharbeitnehmer am günstigsten ein? Muss ich Vermittlungshonorar zahlen? Gibt es Fristen, während derer ich den Arbeitnehmer nicht einstellen darf? Auch für den Arbeitnehmer sind diese Fragen relevant. Als Grundregel gilt: Ein Vermittlungshonorar wird nicht kraft Gesetzes fällig, sondern nur, wenn Sie dies vorab im Überlassungsvertrag mit dem Verleiher vereinbart hatten. Hier die Details:

Unzulässiges Abwerben

Von der Übernahme zu unterscheiden ist das verbotene „Abwerben“. Wir sprechen hier von der Übernahme eines Arbeitnehmers, wenn dieser nicht mehr beim Verleiher arbeitet. Den Arbeitsvertrag mit dem Arbeitnehmer können Sie schon während der Überlassung oder nachfolgend schließen, er darf allerdings erst für die Zeit nach Kündigung und Beendigung des Leiharbeitsverhältnisses gelten. Denn: Zwar genießt der Arbeitnehmer Berufsfreiheit (Art. 12 Abs. 1 GG), zwei Arbeitsstellen zugleich darf er jedoch nicht haben ...

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