Netzneutralität ohne gleichermaßen offene Netze für alle?

In der Debatte um die Netzneutralität scheint sich bei den Netzbetreibern, dem BMWi und der BNetzA ein Konsens herauszubilden, der von einer gefährlichen Vorstellung des Internets ausgeht. Danach verkäme die Forderung nach der unbedingten Offenheit des Internets zu einem Wunschtraum. Der Konsens geht dabei von den folgenden Argumenten aus: Ein erstes Argument ist zB. dass die Befürchtungen der Gegner von Verletzungen der Netzneutralität nicht Ernst genommen werden können, weil sie auf keine Tatsachen gestützt wären. VoIP war jedoch ein solcher Fall, bei dem man gespürt hat welche Macht Netzbetreiber ausspielen können. Ein zweites Argument beruht darauf, dass Regulierungsmaßnahmen im Sinne der Forderung nach Netzneutralität dem Wettbewerb unter den Netzbetreibern schaden könnten. Ich denke dass ein Wettbewerb unter den Netzbetreibern so gar nicht so notwendig ist. Da geht es m.E. eher um Größen- und Verbundvorteile und das effiziente Durchleiten von Daten, die im Vordergrund stehen sollten. Ein drittes Argument spricht davon, dass Quality of Service Regelungen und Qualitätszugangs-Geschäftsmodelle der Netzbetreiber gar keinen Eingriff in die Netzneutralität darstellten. Zumindest seien derartige Regelungen mit der Netzneutralität vereinbar, weil derzeit Datenkapazitätsgrenzen erreicht wären. Nun, unter Berücksichtigung des Ausbaus der NGN-Netze unter denen auch große Datenmengen null Problem darstellen, wundert man sich, warum gerade jetzt noch schnell kurz vor dem Ausbau eine Geschäftsstruktur für unterschiedliche Qualitätsnetze geschaffen werden soll. Die Quality of Service Debatte bestünde dann schlicht nicht mehr. Alle hätten dann schnellstmögliches Netz. Die Unterteilung in verschiedene Qualitätsstufen hätte lediglich zur Folge, dass die schnelle Durchleitung an höhere Entgelte gekoppelt wäre. Wer viel zahlt kriegt das Netz, wer wenig zahlt wird künstlich verlangsamt oder gar nicht weitergeleitet ...Zum vollständigen Artikel


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