Mit Verlaub, liebe Kollegen

...aber das, was Sie da zum Aufruf "Wir sind die Urheber" schreiben, kann man so nicht stehen lassen. Stellvertretend für die aus meiner Sicht geradezu skurril anmutenden Meinungsäußerungen seien hier die Beiträge der ansonsten sehr geschätzten Kollegen Stadler und Vetter genannt. Wenn es um das Urheberrecht geht, scheinen auch honorige Kollegen mitunter zu Sachverhaltsquetschern zu werden. Erstaunlich, das etwas angeblich so Irrelevantes die Juristenseele derart aus der Denkbahn bringen kann. Der Kollege Stadler z. B. meint in dem Aufruf etlicher Künstler eine "plumpe und ideologisierende Art und Weise" der Einmischung zu erkennen. Sicher, eine differenzierte Betrachtungsweise ist immer wünschenswert. Aber leistet er sie denn? Aus meiner Sicht polemisiert er vorrangig gegen Künstler und verdreht Sachverhalte. Höchst befremdlich ist für mich, dass ein Rechtsanwalt die Befassung der Urheber mit dem Urheberrecht als "Einmischung" empfindet, als hätten die Schriftsteller und Künstler mit ihren Werken nichts zu tun. Schließlich geht es um das ureigene Recht der Urheber. Wenn man hier von Einmischung sprechen muss, dann doch wohl höchstens Einmischung derjenigen, die noch niemals irgendetwas Kreatives geschaffen haben, es von anderen aber umsonst haben wollen - nicht umgekehrt. Was folgt, ist die abgenudelte Kritik an bloßer Begrifflichkeit: Geistiges Eigentum solle man angeblich nicht stehlen können, weil Diebstahl nur an materiellen Dingen ginge. Geschenkt. Deshalb heißt es ja auch nicht "Urheberrechtsdiebstahl", sondern "Urheberrechtsverletzung". Wenn jemandem das bildhaftere und assoziationsreichere Wort "Diebstahl" besser gefällt: Auch gut. Alle wissen, was gemeint ist. Auf derartigen Wortklaubereien zu bestehen, zeigt nur die Hilflosigkeit der Argumentation ...Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK