Weniger Hartz IV wegen Einkünften aus Freiwilligem Sozialen Jahr (FSJ)

Absolvieren Kinder von Hartz-IV-Beziehern ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ), mindert das gezahlte Taschen- und Verpflegungsgeld die Hartz-IV-Leistungen. Dabei werden die FSJ-Einkünfte voll auf das Arbeitslosengeld II angerechnet, entschied das Sozialgericht Reutlingen in einem jetzt veröffentlichten Urteil vom 23.04.2012 (AZ: S 12 AS 2086/11). Auch den Erwerbstätigenfreibetrag können FSJler im Hartz-IV-Bezug danach nicht geltend machen.

Im entschiedenen Rechtsstreit hatten eine Mutter und ihr Sohn höhere Hartz-IV-Leistungen gefordert. Der Sohn hatte von April 2011 bis März 2012 beim „Internationalen Bund“ ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Für seinen Dienst an der Allgemeinheit erhielt er ein Taschengeld, einen Verpflegungszuschuss sowie Wohngeld in Höhe von insgesamt 355,00 € monatlich.

Das Jobcenter kürzte daraufhin die Hartz-IV-Leistungen entsprechend. Die FSJ-Einkünfte seien keine zweckgebundenen Einnahmen, die das Arbeitslosengeld II nicht mindern. Sie dienten vielmehr dem Lebensunterhalt und damit dem gleichen Zweck, wie das Arbeitslosengeld II. Auch der Erwerbstätigenfreibetrag, den Hartz-IV-Aufstocker beanspruchen können, könne nicht gewährt werden ...

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