Schröder/Klopsch: "Der juristische Doktortitel"

In der Online-Zeitschrift HFR (4/2012, S. 1 ff.) beleuchten Rainer Schröder und Angela Klopsch den "Dr. iur." (und auch das Promotionswesen in anderen Fächern) von verschiedenen Seiten. Der meinungsfreudige Beitrag lädt an mancher Stelle zu beherztem Widerspruch ein (dazu vielleicht später mehr). Die Ausführungen zum "wissenschaftlichen Betrug" (Rn. 49 ff.) wenden sich in besonders deutlichen Worten gegen Vroniplag (auch wenn in Rn. 51 von "Wikileaks" gesprochen wird, was gewiss ein Redaktionsversehen ist). Schröder/Klopsch schreiben in Rn. 52:
Wer den Wissenschaftsbetrieb aus eigener Anschauung kennt, reibt sich die Augen über die moralische Entrüstung, die im Jahr 2010 [gemeint wohl 2011, Anm A.H.] die Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg auslöste. So viel Theater um zwei Buchstaben, groß D und klein r. Die umstrittene Arbeit fällt zu Recht mindestens in die Kategorie 4.[Fn. 22: Die Betreiber des Internetportals Vroniplag haben weitere Doktorarbeiten von Politikern untersucht, und es ist nach Koch-Mehrins Sturz zu erwarten, dass die Liste der gefallenen Doktoren lang werden wird. Allerdings täten die Betreiber von Vroniplag sich selbst und der Gesellschaft einen Gefallen, wenn sie ihren aufklärerischen Impetus auf das linke politische Spektrum ausdehnten. So könnten sie sich vom Verdacht der Unredlichkeit befreien, die sie selbst anprangern.]
In Rn. 55-57 führen die Autoren sodann aus:
Aber welches Ziel Vroniplag auch immer verfolgt, wenn dort gezielt Politiker des bürgerlichen Spektrums `abgeschossen' werden - es ist ihnen doch gelungen, den Finger in eine Wunde zu legen. Ganz offensichtlich haben wir es nicht mit einem oder zwei titelsüchtigen Politikern zu tun, die ein paar unaufmerksame Professoren reingelegt haben. Vroniplag hat gezeigt, dass die freie Verfügbarkeit von Wissen und Fakten mittels elektronischer Medien auch in der Wissenschaft angekommen ist ...
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