Sachlichkeit siegt, vergiss es – auch Anwälte haben ein Recht auf Unterhaltung

Der Juristerei und den Juristen wird häufig nachgesagt, dass sie staubtrocken sind und keinen Humor verstehen. Es zählen ausschließlich die Fakten. In der täglichen Arbeit als Anwalt ist es durchaus förderlich, sachlich und mit einer gewissen Gelassenheit ans Werk zu gehen. Abseits der Aktenwälzerei sollte auch als Anwalt ein wenig Spaß und Polemik erlaubt sein.

Scheinbar nicht.

Der Kollege Gulden hat in seinen beiden Beiträgen „Hamburg, München, Köln und Berlin: SB-Gerichte für Abmahner“ und „Lieber Herr Kollege Dr. Wachs, hören Sie mir mal zu…“ in unterhalsamer Art und Weise ein wenig überspitzt vom Leder gezogen. Die Verwendung von Begrifflichkeiten der Marke „Rechtsbeugung“, „Missbrauch“ und „Meinungsäußerung“ in Zusammenhang mit diversen Gerichten haben zu einigen Kopfschütteln und seitenweisen Ausführungen Seitens einiger Kollegen geführt. Man mahnt zur Gelassenheit und Sachlichkeit an.

Warum? Darf man nicht mal frei von der Leber weg ein paar Gegebenheiten kommentieren und diese eventuell ein wenig überspitzt darstellen? Ist man deswegen ein schlechter Jurist?

Ich denke man sollte unterscheiden, ob solche Äußerungen im Rahmen eines laufenden Verfahrens getätigt werden, was bei Gericht nicht immer gut ankommt, oder ob man diese Gedanken in einem Blog veröffentlicht, wohlgemerkt nicht auf der Kanzleihomepage.

„Das Blog [blɔg] oder auch Web-Log [ˈwɛb.lɔg], engl ...

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