Prison Song Project: Musik als Folter

Teil I: „Disco Guantanamo”

Beim Thema „Musik im Gefängnis“ werden wohl Viele zunächst an die legendären Konzerte von Johnny Cash im Folsom Prison und in San Quentin denken. Oder an die von B.B. King, Joan Baez in Sing Sing. In den Film-Dokumentationen dieser Auftritte erkennt man deutlich die Dankbarkeit und Begeisterung der Gefangenen über und für die Musik und dieses so ungewöhnliche wie freudige Ereignis: eine Unterbrechung ihres üblicherweise reizarmen Haftalltags.

Man kann davon ausgehen, dass damals auch diejenigen Insassen, die ganz andere musikalische Vorlieben hatten, sich dieses Konzert (/-Ereignis) nicht entgehen lassen wollten. Wir werden uns in einem andern Beitrag ausführlich mit diesen Konzerten beschäftigen.

In dieser PSP-Kolumne geht es aber um Musik, der sich die Gefangenen eben nicht freiwillig aussetzen. Es ist schon ein paar Takte her, seit wir erfuhren, dass in Guantanamo und anderen „Geheimgefängnissen“ Musik als Folterinstrument im Sinne einer dezidierten Form der Reizüberflutung eingesetzt wurde. Das, ist mittlerweile wieder fast in Vergessenheit geraten und wird medial kaum noch thematisiert.

Beim War on Terrorism, der nach dem Ereignis 9/11 eine neue Dimension annahm, spielte auch Musik eine Rolle: Zunächst durften Musiktitel, die – in wie entfernter Art und Weise auch immer – mit dem terroristischen Akt assoziiert werden könnten, im US-amerikanischen TV und Radio nicht mehr gespielt werden. Teils boten die Lyrics den Anlass zur „Kriminalisierung“, teils auch der Name der Band. So hatten z.B ...

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