Wer einer lesbischen Frau zur Therapie rät, ist befangen

Nach Trennung und Scheidung hatte die Mutter ihr „Coming Out“ und wandte sich einer anderen Frau zu.

Das Umgangsrecht des Vaters mit der Tochter lief in den Anfangsjahren problemlos. Anlässlich eines vereinbarten Umgangstermins im Dezember 2010 weigerte sich jedoch die Tochter dann, mit ihrem Vater mitzukommen.

Das FamGericht setzte den Umgang aus und ordnete die Einholung eines Sachverständigengutachtens an.

Der Sachverständige führt in seinem Gutachten wörtlich aus:

„Gerade in diesem Fall stellt sich die Frage, ob nicht eine isolierte Therapie der Kindesmutter, um der Kindesmutter zu ermöglichen, eine ausreichende Selbstkongruenz (z. B. zu ihrer sexuellen Ausrichtung) zu finden und die Paarebene mit dem Kindesvater zu verlassen, sinnvoller sei.“

Ergebnis: Erfolgreicher Befangenheitsantrag der Mutter.

Das KG:

Grundsätzlich ist es auch Aufgabe eines Sachverständigen in Verfahren vorliegender Art nach möglichen Ursachen für bestimmte Verhaltensweisen, soweit sie für den Gutachterauftrag von Bedeutung sind, zu erforschen, diese zu benennen und gleichzeitig auch Möglichkeiten darzulegen, wie diese Verhaltensweisen geändert werden können. Entscheidend ist immer, dass ein Bezug zu dem Gutachtenauftrag besteht. Der Sachverständige sollte vorliegend feststellen, welche Umgangsregelung im Interesse des Kindes ist. Die Mutter hat sich nach der Trennung vom Vater einer anderen Frau zugewandt und lebt mit dieser zusammen ...

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