Warnung vor dem Hunde

Der 6. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm hat mit Urteil vom 17. Oktober 2011 (Az.: I-6 U 72/11) entschieden, dass Personen, die sich in eine Beißerei von Hunden einmischen, wissen müssen, dass sie dadurch in erheblichem Maße ihre Gesundheit gefährden. Im Fall einer Verletzung kann man daher keinen vollen Schadenersatz erwarten. Im Winter 2009 war die Klägerin mit ihrem angeleinten Hund unterwegs, als sich ein entgegenkommender Hund von seiner Leine losriss und sich auf das Tier der Klägerin stürzte. Nachdem der Hund der Beklagten denjenigen der Klägerin mehrfach gebissen hatte, hielt letztere schützend ihre Hand über den Kopf ihres Hundes. Das nahm der angreifende Hund zum Anlass, der Klägerin in die Hand zu beißen. Dabei schnappte er dermaßen kräftig zu, dass ihr das erste Glied ihres linken Zeigefingers amputiert werden musste. Der Haftpflichtversicherer des angreifenden Hundes wies Ihre Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Forderung zurück, da der Hund der Klägerin den Angriff provoziert hatte, indem er das Tier der Beklagten anknurrte. Ferner habe die Klägerin ihre Verletzung selbst zu verantworten. Denn sie hätte wissen müssen, dass sie sich in erhebliche Gefahr begab, als sie schützend ihre Hand über den Kopf ihres Hundes hielt. Das Landgericht Essen war der Argumentation des Versicherers gefolgt und hatte die Forderungen der Klägerin als unbegründet zurückgewiesen. Mit ihrer beim Oberlandesgericht Hamm eingereichten Berufung hatte die Hundehalterin mehr Erfolg. Die Richter vertraten die Auffassung, dass die Klägerin zwar hätte wissen müssen, dass bei ihrem Eingreifen in die Beißerei die Gefahr bestand, selbst gebissen zu werden. Dieses Fehlverhalten hielten die Richter jedoch nicht für so gravierend, dass dahinter die Tiergefahr des angreifenden Hundes vollständig zurücktritt ...Zum vollständigen Artikel


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