Da schrumpft er schnell – der „Leitende“ oder wie aus Riesen Zwerglein werden

Der Mann mit der dicken Zigarre (*) hat viel:

210.00000 EUR Jahresgehalt (brutto), oberster Chef aller Niederlassungen in Norddeutschland, Vertragspflichten u.a.:

Führen und Coachen der Niederlassung/sleiter, Kommunikationsschnittstelle zwischen GF (Geschäftsführung) und NL (Niederlassung), Gewinnung von Topkunden und Topmitarbeitern, Sicherstellung der ordnungsgemäßen Abläufe in den Niederlassungen.

Wow! Noch cooler:

Der Regionalleiter ist Mitglied des oberen Führungskreises…Der Regionalleiter ist für den Gesamterfolg des Unternehmens mit-verantwortlich…

So steht es amtlich bim Bundesarbeitsgericht über ihn (Urteil vom 14.4.2011 – 2 AZR 167/10). War der Kerl „leitend“?

Er hätte Ihnen eine Unterlassungsklage und Verleumdungsanzeige umgebunden, wenn Sie das Gegenteil behauptet hätten! (Nehmen Sie die Unterlassungsklage ernst - wie ich aus dem LHR-Blog weiß, kann man in Berlin sogar verboten bekommen, zu behaupten, der eigene Mann habe gar keine Affäre mit Frau N. Auf Antrag von Frau N., übrigens. Die auf Ihrer Affäre vehement besteht…)

Als er noch Zigarre (*) rauchte, jedenfalls damals, hätte er das getan.

Als ihn sein Arbeitgeber (hatte er überhaupt noch einen oder war er das fast schon selber?) rauswarf, hat er aber eine Kündigungsschutzklage angestrengt. Auf einmal war es gar nicht mehr so schön, „leitend“ zu sein.

Leitende Angestellte im Rechtssinne haben nämlich einen schweren Nachteil. Nach § 14 KSchG nämlich kann man ihr Arbeitsverhältnis auf Antrag beim Arbeitsgericht ohne jede Begründung (gegen Abfindung) auflösen lassen. Wenn diese Leute eine Kündigungsschutzklage anstrengen. Da die maximale Abfindung 12, bei „älteren“ 15 Monatsgehälter beträgt, ist das für den Arbeitgeber einfacher als lange Abfindungsverhandlungen. Meist.

Also verpassen sich die Leitenden, die sich meist auch so aufführen vor Gericht eine Schrumpfkur ...

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