Aus aktuellem Anlass: Hirntod – Wann ist der Mensch tot?

Ein Mensch sei tot, wenn der Hirntod eintrete. Auf diese Definition haben Mediziner sich vor rund 40 Jahren geeinigt. Und zwar vor dem Hintergrund der möglichen Organentnahme für die Transplantationsmedizin. Auch das seit 1.12.1997 in Deutschland geltende TPG (Gesetz über die Spende, Entnahme und Übertragung von Organen und Geweben) wurde massgeblich geschaffen, um “Rechtssicherheit” im Besonderen auch für die Ärzte zu schaffen. Und begrifflich den noch im Sterbeprozess befindlichen möglichen Organspender umzudefinieren in einen Hirntoten. Oder möglicherweise Hirntoten. Denn ob es sich um einen solchen handelt, lässt sich erst durch entsprechende Diagnostik feststellen. Das “Bild” vom Arzt, der durch Organentnahme am “Lebenden” bei lebenserhaltenden Organen wie Herz etwa, dessen Tod “bewirke”, wenn er es zur Transplantation verwenden wolle und könne, war keine Rolle, die Ärzte darstellen wollten.

Und wann und mit welchen diagnostischen Verfahren diese durchzuführen sei, darüber wird ebenso diskutiert, wie darüber, wer die erforderliche Qualifikation besitzt, wer diese personell, strukturell und zeitlich organisiert gewährleisten kann. Eine nicht wenig bemerkenswerte Information konnte man bereits vor einigen Jahren lesen, die aus den Erfahrungen von Herrmann Deutschmann berichtet wurde.

„Nicht selten werde zudem der Hirntod von Ärzten in kleineren Krankenhäusern fälschlicherweise vermutet oder nicht exakt nach den Regeln der Bundesärztekammer festgestellt. Das Team der Deutschen Stiftung Organtransplantation aus Niedersachsen etwa habe bei knapp 50 Untersuchungen in 21Fällen den Hirntod nicht sichern können.“ (Dt. Ärzteblatt 2006 ; 103(19): Thimo Blöß: Organspende-Stiftung in der Kritik) Das heißt, über ein Drittel der Hirntod-Diagnosen waren falsch. Und die potentiellen Organspender haben wahrscheinlich Stunden vor und nach der fehlerhaften Hirntoddiagnostik keine schmerzstillenden Medikamente mehr bekommen ...

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