300 EUR Tageshonorar, selbst Hunde verdienen mehr – an der Grenze zur Sittenwidrigkeit?

Was haben Schauspieler und Anwälte gemein? Sie müssen sich Dritte hineinversetzen können, nehmen was sie bekommen und sind häufig nach eigener Ansicht chronisch unterbezahlt. Das Problem an der Sache, der Zuschauer bzw. der Mandant sieht dies komplett anders.

Man ist im Fernsehen zu sehen, also ist man berühmt und damit auch steinreich. Woher dieser Irrglaube kommt, kann man nur erahnen. In den Medien werden immer nur die Spitzengagen der Hollywoodstars kolportiert. Bei den Anwälten werden die Stundensätze der Großkanzleien als Maßstab herangezogen und gleich auf die gesamte Anwaltschaft übertragen.

Der Trend scheint auch in der Filmbranche woanders hinzugehen. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) Hans-Werner Meyer beklagt die Dumpinglöhne in der Schauspielbranche.

Zum Teil erhalten Schauspieler Tagesgagen von 300 EUR, selbst Hunde am Set würden mehr verdienen. Der Aufschrei der Leute ist vorprogrammiert. 300 EUR am Tag, was soll denn die ganzen 1 Eurojobber, etc. sagen.

Ähnlich wie bei dem Stundensatz einer Kanzlei, muss man auch bei der Gage eines Schauspielers einen Blick hinter die nackten Zahlen wagen. Von der Gage muss der eigene Agent bezahl werden und die Kosten für Anreise, Unterkunft, etc ...

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