OLG Saarbrücken: was ein Kind sagt, meint es nicht immer so – Gutachten einholen

Das Familiengericht hat den wahren Kindeswillen zu erforschen und ggf. ein Sachverständigengutachten einzuholen. Foto © rubysoho-Fotolia.com

Hat ein Kind verbal geäußert, dass es keinen Umgang mit dem Kindesvater möchte, gibt es aber Anhaltspunkte für einen entgegenstehenden Willen, so muss das Familiengericht den wahren Kindeswillen erforschen und ein Sachverständigengutachten einholen.

1. Sachverhalt

Die Verfahrensbeteiligten sind Eltern des Sohnes M. (Jahrgang 2001). Die Eltern waren nicht miteinander verheiratet. Seit der Trennung (2008) lebt das Kind bei der Mutter. Die Eltern streiten sich unter anderem um das Umgangsrecht des Vaters mit M.

Die Parteien hatten bereits eine detaillierte Vereinbarung über den Umgang geschlossen, die von der Mutter mehrfach nicht eingehalten wurde. Gegen die Mutter wurde daher mehrfach ein Ordnungsgeld verhängt. Im vorliegenden Verfahren hat der Vater einen Wochenend- und Ferienumgang mit M. begehrt. Die Mutter beantragte, das Umgangsrecht auszuschließen.

In einem mündlichen Verhandlungstermin wurde das Kind M. im Beisein seines Verfahrensbeistandes, den Eltern und der Sachbearbeiterin des Jugendamts persönlich angehört. In diesem Zusammenhang hat der Vater in seiner Anhörung mehrfach Umgang und eine „fach- und kindgerechte“ Erforschung des wahren Willens von M. gefordert.

Das Amtsgericht hat den Umgang mittels Beschlusses dann für 24 Monate ausgesetzt. Dagegen legte der Kindesvater Beschwerde ein. Die Mutter und der Verfahrensbeistand haben beantragt, den Umgangsausschluss beizubehalten.

2. Rechtlicher Hintergrund

Regelungsgrundlage für das Umgangsrecht ist § 1684 BGB, wonach sowohl das Kind selbst einen Anspruch auf Umgang mit seinem leiblichen Vater als auch umgekehrt dieser mit seinen Kind hat ...

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