Die Leiche im Osterfeuer – Moderate Strafe für eine ungewöhnliche Bestattungsart und ein bisschen Betrug

Osterfeuer, Foto:Lienhard Schulz

In einem strafblog-Beitrag vom 14.3.2012 hatten wir von einem Ehepaar berichtet, dem vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts Osnabrück der Prozess gemacht wurde. Schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen und Körperverletzung mit Todesfolge durch Unterlassen sowie gewerbsmäßiger Betrug lautete der Vorwurf, der auf folgendem Sachverhalt beruhte:

Die Angeklagten sollen im Frühjahr 2008 den kranken Vater der Angeklagten bei sich aufgenommen, ihn jedoch nicht ausreichend versorgt und sich nicht um dessen Medikamenteneinnahme gekümmert haben. Der Zustand des Vaters habe sich deshalb stetig verschlechtert, so dass er mutmaßlich im September 2009 verstorben sei. Damit die mangelnde Pflege niemandem auffällt, soll die Frau den Leichnam ihres Vaters im April 2010 in einem Osterfeuer verbrannt haben. Und weil die Eheleute finanzielle Probleme hatten, soll die Frau die monatliche Rente ihres Vaters in Höhe von immerhin 1.500,00 € weiter kassiert haben.

Wie spiegel-online berichtet, ist jetzt das Urteil gesprochen worden. Die 41-jährige Ehefrau wurde wegen gefährlicher Körperverletzung, Betrug und Urkundenfälschung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt. Wegen Verstoßes gegen das Bestattungsgesetz muss sie zudem ein Bußgeld von 800 Euro zahlen ...

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