Auslegung eines Spielvermittlungsvertrages bei nachträglichen Provisionszahlungen

In einem Urteil des LG Dortmund vom 16.12.2011 3 O 246/11 ging es um Provisionen des Ex-Spielerberaters von einem Bundesligaspieler.

Dieser schloss im Jahre 2002, 2005 und 2008 Verträge für den Profi ab. Der Berater schloss dabei mit dem Verein jeweils eine nachträgliche schriftliche Honorarvereinbarung in Höhe von 600.000 DM (2002), 450.000 EUR (2005) und 300.000 (2008) ab. 2010 kam es dann erneut zu Vertragsgesprächen, kurz vor der Vertragsverlängerung feuerte der Profi seinen Berater, stellte einen neuen Berater ein, unter dem es dann zur Vertragsverlängerung kam.

Der Ex-Spielerberater fordert nun 10% des Jahresbruttogehaltes für jedes Vertragsjahr (übliche Vermittlerprovision). Ein Vertrag sei zu Stande gekommen, weil ein Anruf durch den Sportmanager des Vereins als Angebot zum Abschluss eines Maklervertrages mit ihm auszulegen sei. Des Weiteren behauptet er, er habe maßgeblich zu der Vertragsverlängerung von beigetragen, da er unter anderem für den Spieler einen Verhandlungsleitfaden erstellt und ihm eine Vertragsverlängerung bei der Beklagten empfohlen habe.

Der Verein verweist auf die jeweils selbstständige Provisionsversprechen nach dem Abschluss der jeweiligen Arbeitsverträge, so dass jedenfalls vorab kein Maklervertrag zu Stande gekommen sei. Außerdem sei der Berater nur als Berater des Spielers aufgetreten und habe nicht als Vermittler für den Verein gehandelt.

Das Urteil:

I. Zustandekommen eines Maklervertrages § 653 BGB

„Ein Maklervertrag kommt grundsätzlich nach den allgemeinen Grundsätzen durch Antrag und Annahme zustande §§ 145ff. BGB. Der Antrag ist formfrei und kann ausdrücklich oder durch schlüssiges Verhalten abgegeben werden. Für den konkludenten Abschluss eines Maklervertrags genügt es in der Regel nicht, wenn sich eine Partei Maklerdienste gefallen lässt ...

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