Randale ohne Ende

Clubs, Ligen und Verbände stehen dem Problem der Fangewalt scheinbar ohnmächtig gegenüber. Jüngst sah sich sogar die Hamburger Polizei zum Einschreiten gezwungen und wurde darin sowohl vom Verwaltungsgericht als auch vom Oberverwaltungsgericht bestätigt. Muss der Sport dem Staat das Feld überlassen?

Millerntor-Stadion, 22.04.2012, 13.30 Uhr: Anstoß der Partie zwischen dem FC St. Pauli und Hansa Rostock. Die Spieler aus Rostock können sich im harten Abstiegskampf jedoch nicht auf lautstarke Unterstützung von den Rängen verlassen. Das Verwaltungsgericht (Az. 15 E 756/12) sowie das Oberverwaltungsgericht Hamburg (Az. 4 Bs 78/12) bestätigten die von der Polizei gegen den FC St. Pauli ausgesprochene Untersagung, Eintrittskarten an den Club aus Mecklenburg-Vorpommern abzugeben. Das erste Spiel im Deutschen Profifußball, das von einer derartigen Maßnahme durch die Exekutive betroffen ist.

Üblicherweise werden präventive Maßnahmen in Vorbereitung auf sog. „Risikospiele“ von den Vereinen oder dem DFB ergriffen. Die Presse fragt besorgt, ob nun die Polizei entscheide, welche Fans ihre Clubs in die Stadien begleiten dürfen.

Die Möglichkeiten der Vereine im Hinblick auf drohende Ausschreitungen sind begrenzt: Neben der Verstärkung der Einlasskontrollen sowie des Ordnungsdienstes können sie einzelne auf ihrem Hausrecht beruhende Hausverbote gegen auffällig gewordene „Fans“ aussprechen. In diesem Zusammenhang ist der BGH (V ZR 253/08) den Vereinen unlängst zur Seite gesprungen und hat schon die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens für den Ausspruch eines Stadionverbots genügen lassen. Hierfür müssen die Störer jedoch zunächst identifiziert werden, was Polizei und Ordnungdienst trotz Videoüberwachung nicht immer leicht fällt ...

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