Kein Wind in den Segeln für Olympia

Entspricht die Entscheidung eines Sportverbandes zur Nominierung einer Mannschaft zur Olympia-Teilnahme den Nominierungsgrundsätzen, kann der Sportverband nicht verpflichtet werden, Sportler, die nicht bei der Nominierung berücksichtigt worden sind, als Teilnehmer für die Olympiade beim Deutschen Olympischen Sportbund vorzuschlagen oder eine weitere Qualifizierungschance einzuräumen.

So die Entscheidung des Landgerichts Hamburg in dem hier vorliegenden Fall zweier Seglerinnen, die im Wege der einstweiligen Verfügung den Deutschen Segler-Verband e.V. verpflichten wollten, sie dem Deutschen Olympischen Sportbund als Teilnehmerinnen für die Olympiade 2012 in London vorzuschlagen bzw. ihnen eine weitere Qualifizierungschance auf der im Mai 2012 stattfindenden Weltmeisterschaft in Barcelona einzuräumen. Die Antragstellerinnen segeln erfolgreich als Team GER 61 in der 470er-Bootsklasse. Für die Nominierung zur diesjährigen Olympiade in London hat der Deutsche Segler-Verband allerdings im Januar 2012 nicht die Antragstellerinnen, sondern das Team GER 21 vorgeschlagen. Die Antragstellerinnen sind der Auffassung, bei korrekter Anwendung der Nominierungsrichtlinien hätten sie vorgeschlagen werden müssen. Seinen knappen Vorsprung nach dem Qualifikationspunktesystem habe sich das Team GER 21 nur durch eine regelwidrige und unfaire Behinderung der Antragstellerinnen während der Segel-Weltmeisterschaft in Perth Ende 2011 erhalten können. Dort habe sich GER 61 nach vier von zehn Wettfahrten auf dem achten Platz befunden, und die Olympiaqualifikation sei ihnen – den Antragstellerinnen – praktisch sicher gewesen. Dann seien sie jedoch vom zu diesem Zeitpunkt auf Platz 22 liegenden Team GER 21 mit einer sog. Matchrace-Taktik so behindert und ausgebremst worden, dass sie am Ende nur den 20. Platz belegten, während GER 21 auf den 28. Rang segelte ...

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