Das Quad und der Hund

Der Mandant fährt mit seinem Quad auf dem Land spazieren. Auf einer Nebenstraße kommt ihm am Straßenrand ein Hund mit Frauchen entgegen, sogar angeleint. Kurz bevor der Mandant das Pärchen passiert, reißt sich der Hund los und stürmt auf die Straße. Der Mandant will ausweichen und verliert durch das heftige Lenkmanöver die Kontrolle über sein Fahrzeug. Das Quad rast eine Böschung hinauf, fliegt in einem eleganten Bogen durch die Luft und zerlegt sich beim Aufprall in diverse Einzelteile. Der Mandant ist zum Glück schon vorher abgestiegen, wie durch ein Wunder passiert ihm nichts. Das Quad hat immerhin noch einen gewissen Restwert.

Wer trägt den Schaden?

So ganz gewöhnlich ist der Fall nicht. Das Frauchen haftet als Hundehalter zwar auch ohne eigenes Verschulden für ihren Hund, § 833 BGB. Aber wie kommt der Mandant an einen Schadensersatzanspruch? Schadensersatz schuldet der Tierhalter nach § 833 BGB, wenn “durch” sein Tier (u.a.) das Eigentum eines anderen verletzt wird. Schon daran scheint es zu fehlen, denn der Hund hat das Quad nicht einmal berührt. Letztlich war es der Mandant selbst, der durch sein Fahrmanöver den Schaden verursacht hat.

Haftung auch für mittelbare Schäden

Zum Glück ist die Rechtsprechung mit dem “durch” recht großzügig. Für die Verletzung eines Rechtsgutes “durch” ein Tier ist nicht erforderlich, dass es die Verletzung durch einen körperlichen Kontakt verursacht. Es genügt, wenn das Tier mittelbar durch sein Verhalten einen Schaden herbeiführt, auch etwa durch eine Schreckreaktion ...

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