Vom Opfer zum Täter? Die Jagdsaison ist eröffnet!

Das Beleidigen, Mobben und Stalken von Personen, insbesondere über Soziale Netzwerke, scheint sich zu einem neuen Volkssport zu entwickeln. In einem unserer vergangenen Artikel – „Internet-Mobbing – selbst schuld, wer nichts dagegen unternimmt!“ – haben wir uns dafür stark gemacht, dass sich Betroffene zur Wehr setzen sollen.

Die bekannte deutsche Hochspringerin Ariane Friedrich scheint sich dies zu Herzen genommen zu haben. Laut eines inzwischen nicht mehr einsehbaren Eintrages auf ihrer Facebook-Pinwand hat sie von einem Mann ein Foto, welches vermutlich einen Penis zeigen sollte, aber von ihr nicht geöffneten worden sei, mit den Worten „Willst du mal einen schönen Schwxxx sehen, gerade geduscht und frisch rasiert“ übersendet bekommen.

Nach eigenen Angaben sei dies kein Einzelfall und weil sie nun die Nase voll habe, hatte sie sich dazu entschlossen die private Nachricht unter Nennung des Namens und des Wohnortes des Absenders zu veröffentlichen.

Nun stellt sich die Frage, darf man das? Auf den ersten Blick könnte man meinen, die Dame hat alles richtig gemacht. Mobilisier die Massen und hetz die Sau durchs Dorf. Gerechte Strafe für so einen Perversen. Wie oben angesprochen, plädieren wir auch dafür, dass man gegen Stalker und Mobber vorgehen muss. Es kommt aber auf das Wie an.

Ein Zwang zu Klarnamen in sozialen Netzwerken, auch wenn dies Teile der Regierung gerne hätte, besteht noch nicht. Jede Person kann sich einen Facebook-Account unter einem x-beliebigen Namen anlegen. Weder der Name noch die Ortsangaben werden überprüft. Der von Frau Friedrich angegebene Wohnort existiert in Deutschland dreimal. In zwei der drei Orte leben mindestens zwei Personen, die den genannten Namen tragen. Damit haftet mindestens drei Personen zu Unrecht der Makel eines Stalkers an.

Hat sich Frau Friedrich mit Veröffentlichung der Nachricht, des Namens und des Wohnortes strafbar gemacht? Dies würde ich hier ausschließen ...

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