The road to hell XXV: Der imponierend knallharte, aggressive Fachanwalt oder: Mit 19 Verfügungsanträgen vor die Wand

In Zeiten einer nicht enden wollenden Rechtsanwaltsschwemme brauchen Kanzleien in der Werbung Superlative. Eine im grünen Bereich nicht unbekannte Kanzlei brüstet sich beispielsweise öffentlich mit dem ihr zuteil gewordenen Lob “Es braust ein Ruf wie ein Donnerhall”. Das ist schon mal ganz nach unserem Geschmack. Der Kollege einer anderen Kanzlei dachte sich aber offensichtlich, dass es neben markigen Sprüchen auch der markigen Taten bedürfe und bewies seiner mehr oder weniger dubios agierenden Mandantin, immerhin als Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz, was in ihm steckte. Der Kollege mahnte fleißig wettbewerbsrechtliche Verstöße im Internet ab, nur um festzustellen, dass eine große Anzahl von Abgemahnten sein Ansinnen mit schnöder Nichtachtung strafte. Um sich ein Image als knallharter Hund Gehör zu verschaffen, radelte er zum ortsansässigen Landgericht und präsentierte diesem seine gesammelten Werke in Form von 19 (n-e-u-n-z-e-h-n) Anträgen auf Erlass einer einstweiligen Verfügung. Damit aber nahm das Drama erst seinen Lauf.

Das Landgericht hatte nämlich gerade Besseres zu tun und wies sämtliche (!) Begehrlichkeiten einstweilen zurück. Der Kollege, derart von den Socken, beschwerte sich hierüber flugs bei der nächsten Instanz und zwar - Sie werden es erraten - neunzehn mal. Der Senat, kaum weniger inspiriert als das Landgericht, wies die Beschwerden nun neunzehn Mal zurück ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK