Phishing: 10 TANs einzugeben, ist fahrlässig - Bankkunde bekommt sein Geld nicht zurück (BGH-Urteil)

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ein Urteil zum Thema Phishing, Pharming, Online-Banking erlassen. Dabei ist zu beachten, dass es sich beim zu beurteilenden Fall um einen Fall aus dem Jahre 2008 handelte. Daher kann man Folgendes sagen: Vorweg das Fazit: Die Eingabe von 10 TANs beim Online-Banking ohne Bezug auf einen konkreten Banking-Auftrag ist leicht fahrlässig - und jedenfalls vor dem Eintreten des § 675v BGB genügt diese leichte Fahrlässigkeit, damit der Kunde diesen Schaden ersetzen muss. Und: Da das iTAN-Verfahren im Jahr 2008 noch Stand der Technik war, trifft die Bank auch keine Mitschuld. Auch hätten sie keine Schutzpflicht, Kontoüberziehungen ihrer Kunden zu vermeiden. Hier die ausführliche Pressemitteilung des BGH: Der für das Bank- und Börsenrecht zuständige XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, unter welchen Voraussetzungen ein Bankkunde sich im Online-Banking bei einem Pharming-Angriff schadensersatzpflichtig macht. Im zugrundeliegenden Fall nimmt der Kläger die beklagte Bank wegen einer von ihr im Online-Banking ausgeführten Überweisung von 5.000,- Euro auf Rückzahlung dieses Betrages in Anspruch. Was war geschehen? Der Kläger unterhält bei der Beklagten ein Girokonto und nimmt seit 2001 am Online-Banking teil. Für Überweisungsaufträge verwendet die Beklagte das sog. iTAN-Verfahren, bei dem der Nutzer nach Erhalt des Zugangs durch Eingabe einer korrekten persönlichen Identifikationsnummer (PIN) dazu aufgefordert wird, eine bestimmte, durch eine Positionsnummer gekennzeichnete (indizierte) Transaktionsnummer (TAN) aus einer ihm vorher zur Verfügung gestellten, durchnummerierten TAN-Liste einzugeben. In der Mitte der Log-In-Seite des Online-Bankings der Beklagten befand sich folgender Hinweis:
"Derzeit sind vermehrt Schadprogramme und sogenannte Phishing-Mails in Umlauf, die Sie auffordern, mehrere Transaktionsnummern oder gar Kreditkartendaten in ein Formular einzugeben ...
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