Das Designerstück beim Discounter

Vor allem in der angelsächsischen Anwaltsliteratur wird viel über “commoditization” geschrieben (und wohl auch unter den Anwälten viel darüber gesprochen und diskutiert). Commodity ist letztlich ein Massenprodukt, auf die Dienstleistung bezogen eine standardisierte möglichst automatisierte Dienstleistung. Es geht darum, dass anwaltliche Teilleistungen letztlich eben standardisiert werden und dann vom Mandanten abgerufen werden können.

Dies ist eine Entwicklung, die in unserem (deutschen) Rechtssystem zumindest noch nicht spürbar ist. Ich denke aber, das wird auch auf die deutsche Anwaltschaft zukommen.

Einmal verlangen die Mandanten vermehrt nach Möglichkeit eine Anwaltsleistung zum Discounterpreis. Der Discounter – und das sollten auch die Mandanten bedenken – liefert aber nur Commodities, also nur Massenware. Das Designer-Einzelstück wird man beim Discounter vergebens suchen. Dies gilt um so mehr, als die Mandanten dann noch erwarten, das das Designerstück passgenau eingebaut wird und dass man für alle Schäden haftet, wenn das Designerstück irgendjemandem nicht gefällt. Solche Ware kann und wird Aldi (Lidl, Netto, Ikea und wie sie alle heißen) nicht liefern, vor allem nicht zu einem niedrigen Preis. Es wird daher auch den Anwälten nichts anderes übrig bleiben, bei (von den Mandanten gewünschten) Billigangeboten eben nur Commodity zu liefern ...

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