Auf die harte Tour – Kündigung im Krankenhaus und juristische Turnübungen

Wir treten dem Berufsstand der Mediziner sicher nicht zu nahe, wenn wir behaupten, dass sie zwar anderen Menschen helfen, im Umgang miteinander aber schon in den ersten Anatomiestunden vor allem verinnerlichen, wo ein (eigentlich zwei) Körperteil sitzt: Der Ellenbogen, vor allem der, der sich schmerzhaft in die Magengrube des Konkurrenten bohrt.

Das volle Programm einer kündigungsrechtlichen Großkampfarena – wie es sogar in Berlin nur einmal im Jahr aufgeführt wird – steht Anfang Mai beim Arbeitsgericht zur Vorpremiere (Güteverhandlung) an: Die Ex-Superathletin Karin Büttner-Janz kämpft darum, nicht auch Ex-Chefärztin der Orthopädie am renommierten Urban-Klinikum in Berlin zu werden. Fristlos geflogen ist sie schon mal.

Dass ein Superstar einfach mit der maximal-invasiven, drastischsten Maßnahme (fristlose Kündigung und Hausverbot) vor die Tür gesetzt wird, muss entweder eine Kurzschlusshandlung oder der Gipfelpunkt einer langen, internen Kaugummi-Auseinandersetzung sein, bei der sich zum Schluss nichts mehr bewegte. Man kann so einen Fall von außen kaum seriös beurteilen, aber es sieht nach Kaugummi aus. Im Tagesspiegel wird schon gestreut, die 60–jährige habe bereits vor der Eskalation den Weg frei machen sollen:

„…Deshalb sei in insgesamt drei Gesprächsrunden mit der Orthopädin über ein Abfindungsangebot oder eine Versetzung in ein anderes Vivantes-Haus verhandelt worden. Spätestens Ende Juni hätte sie den Posten in Friedrichshain frei machen sollen…Man sei bei diesen Verhandlungen auf gutem Wege gewesen…“

Wohl doch nicht.

Der „Superstar“ Büttner-Jansen ist übrigens gleich im doppelten Sinne zu verstehen. Als Turnerin erst im Jahr 2000 zur Kunstturnerin des Jahrhunderts gewählt, ist sie so etwas wie ein weiblicher Pelé oder Maradona. Ihre orthopädischen Verdienste sind aber fast noch größer, denn sie wir eng mit der Erfindung der künstlichen Bandscheibe assoziiert ...

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