Der Tag, an dem Dagobert festgenommen wurde – Erbrechen lohnt sich nicht

Arno Funke auf der Frankfurter Buchmesse 2009, eigenes Werk

Heute vor 18 Jahren, am 22.4.1994, wurde Dagobert festgenommen. Die Jüngeren unter unseren Lesern wissen vielleicht nicht mehr, wer Dagobert war und was der Mann mit Strafrecht zu tun hat. Es geht nicht um Dagobert Duck, der ja einerseits als reicher Mann ein beliebtes Zielobjekt von Kriminellen, insbesondere von Panzerknackern, ist und der im Rahmen von Wutausbrüchen schon mal mit seinem Spazierstock durch die Gegend schlägt, was ja auch eine Straftat sein kann. Nein, es geht um einen ganz realen Mann namens Arno Funke, der – und da spielt die reiche Comic-Ente dann doch eine Rolle – in Anlehnung an die Disney-Figur von der Presse “Dagobert” genannt wurde und der als Kaufhauserpresser viele Jahre lang mit raffinierten Methoden und brillianter Technik die Polizei narrte, bevor er schließlich gefasst wurde. 30 Mal hatte die Polizei versucht, den Mann bei Geldübergabeversuchen zu fassen und immer wieder konnte er entkommen. Die Presse war voll von Geschichten über Dagobert, und manch einer verspürte ob seiner fantasievollen Aktionen eine nicht nur unterschwellige Sympathie für den Mann, der sich in seinen jüngeren Jahren reichlich erfolglos als Fotograf und Kunstmaler versucht hatte und dann als Kunstlackierer in einer Kfz-Werkstatt durch das Einatmen giftiger Dämpfe krank wurde. Jedenfalls bestätigten Gutachter ihm später hierdurch hervorgerufene hirnorganische Schäden verbunden mit einer Identitätskrise und privaten Problemen, was zu einer schweren Depression geführt habe, die dann auch schuldmindernde Berücksichtigung fand.

1988 hatte Funke das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) um 500.000 DM erpresst, wovon er dann einige Jahre leben konnte. Nach einer zuvor gescheiterten Geldübergabe ließ er im Mai 1988 nachts im Kaufhaus einen Sprengsatz detonieren, was zu einem Schaden in Höhe einer Viertelmillion DM führte ...

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