OLG lässt Osterei von der Polizei durchsuchen

Osterei am OLG

Den Bericht vom gestrigen Tag im „Buback-Verfahren“ gegen Verena Becker könnte man ganz kurz halten, denn es gibt faktisch nichts zu berichten. Aber das “Nichts” war unterhaltsam, auch wenn das Geplänkel um den geheimnisvollen “Herrn Kaiser” im Prinzip vollkommen unnötig war. Rechtsanwalt Matthias Rätzlaff präsentierte mittags tatsächlich seinen „präsenten Zeugen“: Er stehe vor dem Gericht und könne binnen Minuten da sein. Doch so einfach wollte der Vorsitzende Richter Hermann Wieland die Spuk-Show nicht eröffnen. Immerhin gab es ja bereits einen Beschluss gegen einen entsprechenden Beweisantrag, Herrn „Kaiser“ zu hören. Es entsponn sich eine langwierige, aber für die Zuschauer amüsante Auseinandersetzung über die Frage, ob er zu hören sei.

Der Vorsitzende verlangte immer wieder Belege, dass der Zeuge tatsächlich Unterlagen vorlegen könne. Zur Erinnerung: „Containerweise“ soll der Zeuge angeblich streng geheime Unterlagen des Ex-Stasi-Chefs Mielke besitzen. Seine Quelle soll dabei ein früherer russischer Geheimdienstmann (Kolja“) gewesen sein. So jedenfalls vermutete es die Nebenklage, die gleichzeitig stets darum bemüht war, sich mit dieser Räuberpistolen nicht zu gemein zu machen. Dazu wurden auch gestern kunstvolle Pirouetten gedreht. So erklärte Michael Buback auf die Frage, was er über die angeblichen Geheimakten wisse: „Ich habe gehört, dass er welche haben soll und das habe ich Herrn Rätzlaff weitergesagt“. Michael Buback legte aber gleichzeitig großen Wert darauf, nie selbst mit „Kaiser“ gesprochen zu haben.

Die Verteidigung hatte für den ganzen Vorgang überwiegend Spott übrig, hielt Herrn “Kaiser” für sehr entbehrlich und bemerkte kratzig, man werde ja wohl auch keinen Gutachter zur Frage hören wollen, ob die Erde eine Scheibe ist ...

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