Leichtfertige Selbstgefährdung und die Opferentschädigung

Bei einer aktiven Einmischung in eine Auseinandersetzung alkoholisierter Personen kann der Vorwurf einer leichtfertigen Selbstgefährdung vorliegen, insbesondere wenn Waffen (im hier entschiedenen Fall ein Baseballschläger) verwendet werden. Trotz einer BAK von 3,5 Promille kann bei einem Spiegelalkoholiker, der sich nicht sonderlich angetrunken fühlt, eine Steuerungsfähigkeit vorliegen.

So die Entscheidung des Landessozialgerichts Baden-Württemberg in dem hier vorliegenden Fall eines Alkoholabhängigen, der bei einer Schlägerei verletzt worden ist. Der Kläger hielt sich mit seinem Schwager M. W. und dessen Sohn J. W. sowie dem befreundeten W. P. in der Sch. Stube auf, wo sie gemeinsam Alkohol konsumierten. Später kam es im Clubraum eines Skatclubs in H.-E. zu einer Schlägerei, an der neben den bereits anwesenden M. und J. W. auch die Gruppe von A. M., A. Pf. und A. K. beteiligt war. Der weitere Verlauf des Geschehens wird vom Kläger und den übrigen Beteiligten in den polizeilichen/strafrechtlichen Ermittlungen sowie sozialgerichtlichen Verfahren im Detail nicht einheitlich geschildert. Bei der Schlägerei erlitt der Kläger eine doppelte Fraktur des Unterkiefers, eine Jochbogenfraktur und eine rechtsseitige Rippenserienfraktur der Rippen 6 bis 10 sowie zahlreiche Prellungen und Schürfungen. Bei seiner Einlieferung ins Krankenhaus wies der Kläger eine Blutalkoholkonzentration (BAK) von 3,5 Promille auf und fiel anschließend in ein Alkoholdelirium. In den ersten Tagen bestand Lebensgefahr, die allerdings weniger auf die Verletzungen als auf die Alkoholisierung zurückzuführen war.

Mit Urteil des Amtsgerichts Heidelberg vom 18.04.2002 wurde A. M. wegen gefährlicher Körperverletzung unter Einbeziehung weiterer Straftaten zu einer Jugendstrafe von 3 Jahren verurteilt wurden und A. Pf. sowie A. K. mangels eines sicheren Tatnachweises freigesprochen. Das Urteil wurde rechtskräftig. In dem Urteil des Amtsgerichts Heidelberg vom 18.04 ...

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