LG Berlin: Porträtfotos dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten veröffentlicht werden

LG Berlin, Urteil vom 18.09.2008, Az. 27 O 870/07 § 823 BGB, § 1004 BGB; Art. 2 GG, Art. 1 GG; § 23 KunstUrhG, § 22 KunstUrhG

Das LG Berlin hat entschieden, dass Porträtfotos, die von einem Modefotografen angefertigt wurden, von diesem nur mit Einwilligung des Abgebildeten für kommerzielle Zwecke veröffentlicht werden dürfen. Bestehe keine Absprache, könne diese Einwilligung nicht unterstellt werden. Auch eine konkludente Einwilligung scheide aus, wenn der Kläger - wie vorliegend - davon ausgehen dürfe, dass die Fotos lediglich für interne Casting-Zwecke angefertigt würden. Dass sonst keine Absprachen mit potentiellen Modellen getroffen werden mögen, sei vorliegend nicht von Bedeutung, weil der Kläger, wie der Beklagte gewusst haben dürfte, kein Modell gewesen sei und ihm daher die in der Branche üblichen Gepflogenheiten nicht bekannt gewesen sein dürften. Zum Volltext der Entscheidung:

Landgericht Berlin

Urteil

1. Der Beklagte wird verurteilt, es unter Androhung eines für jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000,00 Euro, ersatzweise Ordnungshaft, oder Ordnungshaft bis zu 6 Monaten, zu unterlassen,

ohne Einwilligung des Klägers die nachfolgend abgebildete Fotografie, die den Kläger in einem Wald stehend zeigt, selbst und/oder durch Dritte zu vervielfältigen, zu verbreiten und/oder öffentlich zugänglich zu machen, insbesondere wie auf Seite 29 (ohne Zählung des Deckblatts) in der Beilage ” … , the … …book / purple / janvier” (publisher: … Z) zu dem Modemagazin “The … Fashion …”, Ausgabe Nr. ./2006, sowie wie auf den Internetseiten www. … .com/2006/… .html und www. … .com/h..2005/… .html :

Abb.

2. Der Beklagte hat die Kosten des Rechtsstreits zu tragen.

3. Das Urteil ist gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 15.000,00 Euro hinsichtlich des Tenors zu 1) und im Übrigen in Höhe des jeweils beizutreibenden ...

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Veröffentlicht im Blog Dr. Damm & Partner Rechtsanwälte.
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