Die Tücken des Arbeitsunfalls

Arbeit kann an sich gefährlich sein, aber genauso gefährlich kann auch der Weg zur Arbeit sein oder ein Weg, den man bei der Arbeit zum Beispiel als Kraftfahrer zurücklegt. Passiert dann ein Verkehrsunfall mit schweren Gesundheitsfolgen, besteht im Grundsatz ein Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung. Das sind etwa Rehabilitationsleistungen, Verletztengeld bei vorübergehender und Verletztenrente bei dauernder Erwerbsunfähigkeit. Das hat handfeste finanzielle Vorteile: Verletztengeld gibt es immer noch in Höhe von 80% des Lohnes und Verletztenrente zeitlich unbegrenzt rund in Höhe von 66%. Bei einem Unfall außerhalb der Arbeit beträgt das Krankengeld dagegen nur 70% des Lohnes. Bei dauernder Erwerbsunfähigkeit oder Auslaufen des Krankengeldes nach längstens 78 Wochen droht oft genug die “Aussteuerung aus der Sozialversicherung” und ein Leben am Rande des Existenzminimums auf Basis der Sozialhilfe.

Beweisen muß den Arbeitsunfall der Arbeitnehmer

Kritisch kann dabei werden, dass der Arbeitnehmer die Voraussetzungen für einen Arbeits- oder Wegeunfall beweisen muß, wie eine Entscheidung des Bundessozialgerichts zeigt:

Ein Berufskraftfahrer soll nachts Waren ausliefern, kommt aber am Ziel erst morgens und Stunden verspätet an. Dem Empfänger fällt ein großer Bluterguss an seinem Kopf auf und der Fahrer geht unsicher und wirkt verwirrt. Ein Arzt wird gerufen. Die Untersuchung ergibt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und weitere schwere Verletzungen. Alles deutet auf einen harten Aufprall oder Schlag hin. Ein Verkehrsunfall lag offenbar nicht vor, der LKW ist in Ordnung. Der Fahrer erinnert sich an nichts, er leidet an einem vollständigen Gedächtnisverlust.

Das Bundessozialgericht (Urteil vom 31. Januar 2012 – B 2 U 2/11 R) hat die Klage auf Verletzenrente letztlich abgewiesen, weil der Fahrer nicht beweisen konnte, dass er die Verletzung bei einem Arbeits- oder Wegeunfall erlitten hatte ...

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