Dann übernimmt halt der Journalist die Aufgaben der Polizei – Tataufklärung nach 16 Jahren

Es ist eine erstaunliche Geschichte, die bei spiegel-online über die Aufklärung eines 16 Jahre zurückliegenden Tötungsdelikts nachzulesen ist. Eine damals 41 Jahre alte bodenständige Ehefrau aus Rheinbach verschwindet im März 1996 nach 20-jähriger Ehe von Jetzt auf Gleich ins Nirgendwo. Der Ehemann informiert die die Familie, dass seine Frau, die kurz zuvor ein Fehlgeburt erlitten hatte, mit einem portugiesischen Geschäftsmann durchgebrannt sei. Die Frau hätte ihn angerufen, sich bei ihm für die guten Ehejahre bedankt und für die Sorgen, die sie ihm in den letzten Tagen bereitet habe, entschuldigt. Sie gehe mit ihrem Geliebten ins Ausland, hätte sie noch gesagt. Niemand wusste etwas von dem Geliebten oder hatte irgendwelche Anhaltspunkte, dass die Frau in ihrer Ehe unglücklich war. Die Geschwister der Frau wundern sich, dass diese ihre Mutter und ihren schwerkranken Vater einfach zurücklässt und wortlos verschwindet, das passt gar nicht zu ihr. Aber mit der Zeit verschwinden die Zweifel, Gerüchte sagen, die Frau sei in Australien, niemand geht der Sache so richtig nach. Der Mann lässt sich in Abwesenheit der Frau scheiden, heiratet später noch zweimal, setzt Kinder in die Welt.

Bei der Polizei war die Frau damals als vermisst gemeldet worden, 4 Tage lang wurde der Vermisstenfall bearbeitet, dann wurde die Akte weggehängt und nach 5 Jahren vernichtet. Im Februar 2012 liest ein Journalist des Bonner General-Anzeigers, Wolfgang Kaes, eine amtliche Bekanntmachung des Amtsgerichts Rheinbach, die versehentlich auf seinem Schreibtisch gelandet ist.

In der Bekanntmachung heißt es: “Gertrud Gabriele Ulmen, seit März 1996 vermisst gemeldet, soll sich bis zum 28. Februar 2012 im 1. Stock, Zimmer 207, einfinden. Wahlweise auch Personen, die über Ulmens Aufenthaltsort Auskunft geben können. Erscheint niemand, werde Gertrud Gabriele Ulmen für tot erklärt ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK