First Solar, second, on the dole

Frankfurt an der Oder liegt im Osten der wirtschaftlich höchst strukturschwachen Region Brandenburg (oder, von Köln, Stuttgart und München aus: im Osten vom Osten). Die Region hat in den vergangenen Jahren Subventionsruinen produziert, aber schließlich auch beachtliche Erfolge bei der Beschäftigungsentwicklung gehabt. Zu den größten gehörte „First Solar“, ein US-Unternehmen, das vor allem Technik zuliefert, mit der Solarstrom auf Freiflächen erzeugt wird (was in Deutschland nur begrenzt geht). Erst im letzten Jahr wurde noch ausgebaut und investiert, jetzt der Paukenschlag: Alles muss raus, wir schließen. 1.200 Jobs weg. Grund: Angeblich die Reduzierung der guten Solarförderung, vor allem auch für Freiflächenanlagen (Sie wissen schon: Böse FDP….böse, böse).

Kein Wunder, dass die Aufregung groß ist.

Die Kritik an First Solar ist riesig, leiser ist das Gemurmel zu den Ursachen.

Erst mal: Es war doch schön, dass das Unternehmen überhaupt hier etwas versucht hat. Das hat über einige Jahre Jobs gebracht und die waren nicht schlecht. Zweitens: Das ist eine „moderne“ Industrie. Modern heißt leider auch in der Industrie: Volatil, heute hui, morgen pfui. Anders als bei Auto- und Anlagenbauern. Auch, weil man nicht auf ein komplexes Produkt setzt. Und da fängt das Problem an: Im Grunde sind Solarfabriken – wie iPhone-Fabriken – die Werkbank einer Ideenschmiede. Einer entwickelt ein singuläres Produkt, das muss irgendwo so günstig wie nur möglich produziert werden.

Vor ein paar Jahren hat sich Nokia aus der deutschen Fertigung nach Rumänien zurückgezogen, der Aufschrei war groß, Rumänien billiger (das Werk ist da wohl auch schon wieder weg). Da fangen die Gemeinsamkeiten an, denn ernsthaft: Man musste sich doch wundern, warum Ostbrandenburg bei einer auf Preis ausgerichteten Fertigung mit Sichuan konkurrieren kann. Kann es nicht. Die Konkurrenz in China hat ohne Subventionen ca ...

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