Arbeitsunfall mit dem Bizeps

Für den Riss der distalen Bizepssehne an einem Arm ist das berufsbedingte Anheben einer (anteiligen) Last von 30 kg nicht wesentlich kausal . Diese Auffassung vertrat jetzt das Landessozialgericht Baden-Württemberg und ließ es dabei dahingestellt, ob bei dem physiologisch ungestört ablaufenden Hebevorgang nicht bereits ein von außen einwirkendes Unfallereignis verneint werden kann.

In dem hier vom Landessozialgericht Baden-Württemberg entschiedenen Fall zog sich der als Glaser beschäftigte Kläger am 18.01.2010 eine Bizepssehnenruptur am linken Oberarm zu, als eine 120 kg schwere Sicherheitsglas-Scheibe auf das Dach einer Pergola montiert wurde. In der Unfallanzeige des Arbeitgebers vom 25.01.2010 wurde angegeben, beim Anheben einer Glasscheibe sei die Sehne gerissen. Der am Unfalltag aufgesuchte Orthopäde B. diagnostizierte eine distale Bizepssehnenruptur links. Der arbeitsunfähige Kläger wurde stationär vom 26.01.2010 bis 03.02.2010 in der B. Unfallklinik L. (BG-Klinik) behandelt, wo am 27.01.2010 eine offene Refixation der Bizepssehne vorgenommen wurde. Die bei der Operation entnommene Gewebeprobe wurde untersucht. Die BG-Klinik teilte in ihren Arztberichten mit, die Behandlung werde zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt, denn ein Sturzereignis oder ein sonstiger geeigneter Unfallmechanismus sei verneint worden. Aus ärztlicher Sicht habe es sich bei dem Anheben der 120 kg schweren Glasscheibe ohne vorgespannte Bizepssehne um eine Gelegenheitsursache gehandelt. Mit Bescheid vom 31. März 2010 verneinte die Beklagte Leistungsansprüche aus der gesetzlichen Unfallversicherung und lehnte die Feststellung eines Arbeitsunfalls ab. Nach erfolglosem Widerspruchsverfahren hat der Kläger vor dem Sozialgericht Mannheim Klage erhoben. Dort wurde die Klage mit Gerichtsbescheid vom 27. Januar 2011 abgewiesen. Der Kläger hat Berufung vor dem Landessozialgericht Baden-Württemberg eingelegt ...

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