And the Raspberry goes to… oh, Bofrost!

Es gibt Auszeichnungen, über die man sich freut und dann gibt es Auszeichnungen, die eigentlich gar keine sind und die man im Zweifelsfall besser auch gar nicht erst haben möchte.

Was in Hollywood der Golden Raspberry Award (goldene Himbeere) als Negativauszeichnung für Schauspieler ist, ist in Deutschland auf dem Gebiet des Datenschutzes, in Anlehnung an George Orwells Roman, der Big Brother Award.

Glückwunsch!

So oder so ähnlich muss es auch der Firma Bofrost am Ende der letzten Woche ergangenen sein, welche nicht nur Himbeeren im Produktsortiment, sondern jetzt auch den beliebten Datenschutzpreis verliehen bekommen hat. Da sagen wir doch glatt: Glückwunsch!

Doch kam diese Auszeichnung auch nicht von ungefähr, denn augenscheinlich hatte sich die Firma Bofrost auch ganz gehörig angestrengt. Ob dies allerdings mit der begehrten Preisverleihung zusammenhing, ist unklar. Grund hierfür war, dass der Arbeitgeber versuchte, Dateien des Betriebsrats, die er bereits eingesehen hatte, auszuwerten und zu verwerten.

Auf der Suche nach Verfehlungen

Hintergrund dieses Versuchs war der Vorwurf des Arbeitgebers, dass ein Betriebsratsmitglied diese Datei erstellt, verfasst und damit einen Arbeitszeitbetrug begangen habe, da er sich als nicht freigestelltes Betriebsratsmitglied für die fragliche Zeit nicht ausgestempelt habe. Letztlich versuchte der Arbeitgeber sein Ansinnen vor dem Arbeitsgericht durchzusetzen und bekam eine eindeutige Absage erteilt (ArbG Wesel, Beschluss vom 19.09.2011, Az.: 5 BV 14/11).

Das Spannende daran: Unklar war, wie der Arbeitgeber überhaupt an die Daten gelangt war. Die Stimmung zwischen den Betriebsparteien war im Hause Bofrost also vermutlich ungefähr so frostig wie das eigene Produktsortiment.

Nicht überraschend daher der Versuch des Arbeitgebers, sein Ansinnen in der nächsten Instanz zu verwirklichen ...

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