Den Beruf zum Hobby gemacht (?) – Gynäkologe darf wegen Aufnahmen vom Intimbereich der Patientinnen auch weiterhin nicht praktizieren

Es gibt eine ganze Reihe von Gynäkologenwitzen, die sich mit dem befassen, was dieser Berufsstand so tagtäglich zu Gesicht zu bekommt. Zum Beispiel den: Treffen sich zwei Gynäkologen in der Kneipe. Sagt der eine zum anderen: “Endlich mal wieder Gesichter!” (Brüllbrüll). Anders soll es da ein Frauenarzt aus dem pfälzischen Schifferstadt gehandhabt haben, dem sein Tagesgeschäft anscheinend nicht genügte. Schon im letzten Jahr hatten Ermittler auf seinem Rechner mehr als 35.000 Fotos und Videos aus dem Intimbereich seiner Patientinnen vorgefunden, die der Mann zumeist ohne Wissen der Frauen heimlich bei den Untersuchungen aufgenommen haben soll, ohne dass eine medizinische Notwendigkeit dafür bestand. Der Fall hatte naturgemäß Wellen geschlagen und das rheinland-pfälzische Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung hatte die Approbation des Mediziners durch Ordnungsverfügung vorläufig zum Ruhen gebracht, bis die Vorwürfe geklärt sind. Derweil war eine Ermittlungsgruppe der Polizei mit der delikaten Aufgabe befasst, das Bildmaterial auszuwerten und den Patientinnen des Arztes zuzuordnen. Diese wurden sodann von den Polizisten mit den Ermittlungsergebnissen konfrontiert und gefragt, ob sie Strafantrag gegen den Doktor ihres bisherigen Vertrauens wegen Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen gemäß § 201a StGB stellen wollten. Der größte Teil der ermittelten 1.800 Patientinnen habe das inzwischen getan, heißt es. Wie die Zuordnung der Bilder im Detail erfolgte und ob einige der betroffenen Frauen die Tatsache, dass ihr Intimbereich gewissermaßen polizeilich ausgewertet wurde, nicht als zusätzlich entwürdigend empfanden, wird nicht berichtet.

Dafür erfahren wir aber bei spiegel-online, dass der Mediziner gegen das vorläufige Berufsverbot Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht hatte, diese jetzt aber kurz vor der für den kommenden Donnerstag anberaumten Verhandlung zurückgenommen hat ...

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