Noch ein paar Bömbchen im Piratenprozess geplatzt – Bald fahren wir nach Mumbay, oder ?

Das an Überraschungen nicht arme Hamburger Piratenverfahren wurde heute mit ein paar weiteren Highlights angereichert, die ein Prozessende in immer weitere Ferne rücken lassen. Nachdem die zuständige Jugendkammer am letzten Freitag die drei jüngsten somalischen Angeklagten wegen Unverhältnismäßigkeit der Untersuchungshaft auf freien Fuß gesetzt hatte, ging es heute mit Beweisanträgen und ergänzenden Einlassungen mehrer erwachsener Angeklagter weiter. Und die hatten es in sich. Gleich 2 Somalier ließen über ihrer Anwälte vortragen bzw. unter Beweis stellen, dass Khalief D., der an den letzten 4 Hauptverhandlungstagen umfangreiche Angaben zum Tatgeschehen und zur Tatbeteiligung aller Angeklagten gemacht habe, massiv gelogen habe. Das betreffe insbesondere auch seine Angaben zur eigenen Rolle bei der Kaperung der MS Taipan, zu seiner Biografie und zur behaupteten Aufgabenverteilung. Khalief D. heiße in Wirklichkeit ganz anders, seine Familie sei führend in die Piraterie am Horn von Afrika verstrickt und finanziere diese, er sei einer der beiden Anführer der Aktion gewesen und habe auch schon früher an Piraterieakten teilgenommen. Dabei sei er auch einmal von einer französischen Fregatte aufgegriffen und erkennungsdienstlich behandelt worden. Seine schon früher aufgestellte Behauptung, einer seiner Brüder sei in Somalia ermordet worden, nachdem dort in den Medien unter Namensnennung über seine Involvierung in das Hamburger Verfahren berichtet worden war, sei frei erfunden. Tatsächlich sei ein anderer Verwandter bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen und D. habe aus der Haft heraus veranlasst, dass Fotos von der Leiche gemacht und mit einer falschen Story versehen wurden. D. habe auch falsche Angaben zu seiner Stammeszugehörigkeit gemacht und verschwiegen, dass er aus einer wohlhabenden Familie stamme, die unter anderem mit der Piraterie ihr Geld verdiene ...

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