Geistiges Eigentum und Außenpolitik?

Außenminister Guido Westerwelle hat in einem Interview im Handelsblatt verlauten lassen, dass die Aufweichnung des 'geistigen Eigentums' die deutsche Außenpolitik gefährde. Das muss man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen. Unser 'geistiges Eigentum' und deutsche Außenpolitik? Nagut, er sagte dass der deutschen Exportwirtschaft aufgrund von Produktpiraterie Milliardenschäden entstehen; aber die Rechnung hätte ich gerne mal gesehen. Nach der juristischen Definition von Schaden müsste er einen unfreiwilligen Vermögensverlust nachweisen. Im Bereich der Immaterialgüterrechte ist dieser Schadensbegriff zwar zB. durch die Lizenzanalogie erheblich ausgeweitet, aber selbst hier würde ich gern vorgerechnet bekommen, wie diese Summe zusammenkommt und ob die betroffene Exportwirtschaft ohne Produktpiraterie äquivalente Gewinne eingefahren hätte, insbesondere ob dies für die Internet-Wirtschaft gilt. Dabei darf man nicht vergessen, dass Immaterialgüter in der Tat eine bedeutende strategische Rolle auf der Weltbühne spielen. Unlängst wurden Immaterialgüter als das Öl des 21. Jahrhunderts erkannt. Dieses bekannte Zitat geht laut Design Research Webzine auf Mark Getty von Getty Images zurück. Das lässt Immaterialgüterrechte jetzt nicht unbedingt in dem besten Licht erscheinen und trifft auch nur bedingt zu. Tatsächlich regeln internationale Abkommen wie Berner Übereinkunft (BÜ), Pariser Verbandsübereinkunft (PVÜ), General Agreement on Trade and Tariffs (GATT), WIPO Copyright Treatment (WCT) Trade-Related Aspects of Intellectual Property Rights (TRIPS), Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) usw. rechtlichen Rahmen, wie der internationale Handel mit Immaterialgütern zwischen den Unterzeichnerstaaten aussehen soll ...Zum vollständigen Artikel

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