Mit Steinmetz auf Freilassung angestoßen: Junge Piraten wollen keine Piraten mehr sein – Freude pur und ein guter Tropfen

Hamburger Hafen: Abdiwalis Blick in die Freiheit

Seit 16 Monaten und mehr als 80 langen Verhandlungs- tagen sitzen Abdiwali und die anderen 9 angeklagten mutmaßlichen somalischen Piraten jetzt im Sitzungssaal 337 des Hamburger Landgerichts der für sie zuständigen Jugendkammer unter dem Vorsitz von Dr. Bernd Steinmetz gegenüber. Es geht um den Überfall auf den deutschen Frachter MS Taipan vor zwei Jahren am Horn von Afrika. Das ursprünglich auf vier Monate terminierte Verfahren will nicht zu Ende kommen.

Die Kammer hat am vergangenen Freitag eine aus meiner Sicht längst fällige Konsequenz gezogen und die drei dem Jugendrecht unterfallenden Angeklagten, darunter auch “meinen Piraten” Abdiwali, unter Aufhebung der Haftbefehle freigelassen. Bei strafblog.de und strafblog.tv haben wir darüber berichtet.

Gestern war der erste volle Tag der neuen Freiheit und ich hatte Gelegenheit, mit Abdiwali ein paar Stunden zu verbringen und ihm ein kleines Stück Hamburg zu zeigen. Es fällt schwer, die Freude und das fast ehrfurchtsvolle Erstaunen des jungen Mannes zu beschreiben, der Deutschland und Europa bisher nur aus dem Fernsehen und ansonsten aus der beengten Welt der Haftanstalten, des Gefangenentransporters, des Eppendorfer Klinikums und des Gerichtssaales kannte. “Ich werde Alles tun, um nie mehr zurück ins Gefängnis zu müssen, ich werde dich, Herr Pohlen, und Dr. Steinmetz nicht enttäuschen”, versichert er strahlend ein ums andere Mal, und dabei gleiten seine glänzenden Augen über die Prachtvillen an der Elbchaussee, über die Lastkräne am Hafen, über die Glasfassaden der Kaufhäuser und über die Menschen in den Straßencafes, die den Sonnenschein genießen. Eine völlig neue Welt tut sich da ganz realiter vor ihm auf, die sich in fast schon grotesker Weise von all der Zerstörung und dem Elend in Mogadischu, Kismayo und den anderen somalischen Städten, die er bislang kennengelernt hat, unterscheidet ...

Zum vollständigen Artikel

Cookies helfen bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung erklären Sie sich mit der Cookie-Setzung einverstanden. Mehr OK