Wohin zum Referendariat? – Teil 2

Von Alice Börst und Michael Berkemeyer

Spätestens nach dem Feiern des bestandenen ersten Staatsexamens muss man sich darüber Gedanken machen, wo man das Referendariat machen möchte. In diesem Gastbeitrag möchten wir auf die wesentlichen Kriterien eingehen, die bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen können. Nachdem wir im Teil 1 des Artikels auf die grundsätzliche Zulässigkeit und Möglichkeit eines Bundeslandwechsels eingegangen sind und euch die derzeitigen Wartezeiten dargestellt haben, geht es nun um die ebenfalls wichtigen Aspekte wie Gehalt im Referendariat sowie Inhalt und Anforderungen im 2. Staatsexamen.

Unterhaltsbeihilfe: Wenig oder ganz wenig

Einen Vorteil hat der Start in das Referendariat: Man liegt den Eltern nicht mehr auf der Tasche, sondern erhält vom Staat eine sogenannte Unterhaltsbeihilfe. Diese stellt keine Vergütung für die geleisteten Dienste des Rechtsreferendars dar, sondern hat lediglich den Sinn – wie es der Name bereits sagt – den Unterhalt, also das Überleben des Referendars zu sichern.

Ob die Höhe der Unterhaltsbeihilfen in Deutschland diesem Anliegen gerecht wird, darüber lässt sich sicherlich streiten. Die Beihilfen unterscheiden sich zum Teil deutlich:

[Quelle: Infoseiten zum Rechtsreferendariat – juristenkoffer.de]

Während man in Thüringen mit knapp 1200 Euro brutto und eher überschaubaren Lebenshaltungskosten wohl über die Runden kommt, wird dies im teuren Hamburg mit einer Unterhaltsbeihilfe in Höhe von 900 € brutto schwierig! Dann hat man die Wahl, entweder den Eltern doch noch für gut 2 Jahre auf der Tasche zu liegen oder aber das Referendargehalt durch eine Nebentätigkeit in einer Kanzlei aufzubessern. Im letzteren Fall sind allerdings auch noch die Vorschriften zu berücksichtigen, die die Anrechnung einer zusätzlichen Vergütung auf die Unterhaltsbeihilfe regeln.

In den meisten Ländern beträgt die Beihilfe derzeit zwischen 980 € und 1080 € brutto ...

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