Software-Debakel in Zürcher Grundbuchämtern

Im Kanton Zürich endeten bereits zwei Softwareprojekte für ein EDV-Grundbuch im Debakel. Die erste Software konnte bloss in einer abgespeckten Version in Betrieb genommen werden, die zweite war total unbrauchbar, kostete aber Millionen.

Was in Kantonen wie Thurgau oder St. Gallen bloss Sekunden braucht, dauert im Kanton Zürich bis zu 90 Minuten: Ein simpler Grundbuchauszug. In andern Kanton lässt sich dieser per Mausklick erstellen, im Kanton Zürich müssen die Angestellten die Angaben mühsam in grossen Folianten zusammensuchen. Zwar hat auch der Kanton Zürich Anfang des Jahrtausends eine Grundbuch-Software entwickelt, doch konnte diese bloss in abgespeckter Version eingeführt werden, vernetzt die nötigen Angaben des Papiergrundbuchs nicht und erhielt deshalb keine Bewilligung des Bundes als vollwertiges EDV-Grundbuch.

Die IBM sollte in der Folge im Auftrag des Kantons Zürichs und weiterer Kantone (SH, ZG, LU, SO) eine taugliche Software entwickeln. Der Auftrag wurde 2005 erteilt, doch Ende Mai 2011 kündigten die Projektkantone den Auftrag, weil es IBM nicht geschafft hatte, die Vorgaben zu erfüllen. Nun steht Zürich vor einem Scherbenhaufen. Die Kosten für das gescheiterte Projekt beziffern Notariatsinspektorat und Zürcher Obergericht (vgl. Antwort des Regierungsrates zum Softwaredebakel_Grundbuch) auf mehr als 9,5 Millionen Franken. Ein Schadenersatzverfahren gegen IBM ist nicht ausgeschlossen. Im Moment laufen aber Vergleichsverhandlungen ...

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