Eine im Stehen verrichtete Tätigkeit

Nach der Nr. 2112 der Anlage 1 zur BKV liegt eine Berufskrankheit bei einer „Gonarthrose durch eine Tätigkeit im Knien oder vergleichbare Kniebelastung mit einer kumulativen Einwirkungsdauer während des Arbeitslebens von mindestens 13.000 Stunden und einer Mindesteinwirkungsdauer von insgesamt einer Stunde pro Schicht” vor. Bei einer ausschließlich im Stehen verrichteten Tätigkeit handelt es sich um keine ausreichende berufliche Belastung im Sinne der BK Nr. 2112 der Anlage 1 zur BKV (Gonarthrose).

Das hat das Landessozialgericht Baden-Württemberg in dem hier vorliegenden Fall über die Anerkennung einer Gonarthrose als Berufskrankheit entschieden. Der 1957 geborene Kläger war von September 1972 bis Januar 1978 als Bauschlosser, von April 1978 bis April 1981 als Kraftfahrer und danach erneut bis September 1986 als Bauschlosser beschäftigt. Von 1987 bis Ende 2006 arbeitete er als Metallfacharbeiter und Bediener einer Gesenkbiegepresse (Abkantpresse) bei der Fa. S. GmbH. Diese Tätigkeit fand ausschließlich im Stehen statt, wobei ein Bein zeitweilig als alleiniges Standbein fungierte, wenn mit dem anderen Bein, dessen Ferse auf dem Boden blieb, das Pedal der Maschine bedient werden musste. Seit 2007 wird der Kläger von seinem Arbeitgeber in der Arbeitsvorbereitung beschäftigt, wo er ausschließlich sitzend tätig ist.

Der Kläger legte bei der Beklagten im April 2010 ein Attest des Orthopäden Dr. L. vom 29.03.2010 vor, in welchen eine über 22 Jahre lang ausgeführte stehende Berufstätigkeit mit über 13.000 Stunden einseitiger Belastung bestätigt wird. Beim Kläger liege eine medialseitige Chondromalazie am rechten Kniegelenk vor. Der Kläger gab an, erstmalig 1988 unter Kniebeschwerden gelitten zu haben, die er auf einen Gerüststurz zurückgeführt habe. PD Dr. Z. und Dr. A. von der S..-Klinik K.-L. teilten am 10.02 ...

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